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ZDF zeigt Film über Assauers Alzheimer-Erkrankung

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Rudi Assauer.

Köln - Ex-Schalke-Manager Rudi Assauer ist an Alzheimer erkrankt. In seiner Anfang Februar erscheinenden Autobiografie spricht der 67-Jährige über seine Erkrankung. Das ZDF zeigt eine Doku, wie er mit der Diagnose umgeht.

Das ZDF zeigt am 7. Februar einen Film über Rudi Assauers Kampf gegen seine Alzheimer-Krankheit. Autorin Stephanie Schmidt habe den langjährige Manager des Fußball-Bundesligisten Schalke 04 fast ein Jahr lang begleitet, teilte der Mainzer Sender am Dienstag mit. Der Film mit dem Titel „Rudi Assauer - Ich will mich nicht vergessen! Ein Promi im Kampf gegen Alzheimer“ beginnt um 23.15 Uhr.

Bereits am kommenden Freitag ist 67-Jährige ab 9.05 Uhr in der Sendung „Volle Kanne“ zu Gast. Die „37Grad“-Dokumentation zeige „die Erfolge und Niederlagen seines Lebens“ und dokumentiere „das rasche Fortschreiten der Demenz“, teilte der Sender mit. Assauer wollte sich mit diesem Film offenbaren. Er habe eine enorme „Wut im Bauch, dass er nicht mehr mithalten kann“ und wollte mitbestimmen, wann und auf welche Weise die Öffentlichkeit davon erfährt. Assauer berichtet in seiner Anfang Februar erscheinenden Biografie über seine Alzheimer-Erkrankung.

Der langjährige Manager des Traditionsklubs Schalke 04 enthüllt in seiner Autobiografie „Wie ausgewechselt - verblassende Erinnerungen an mein Leben“ seine Alzheimer-Erkrankung, die er seit Januar 2010 in einer Essener Klinik behandeln lässt. Chance auf Heilung gibt es für den 67-Jährigen nicht, der Krankheitsverlauf ist fortschreitend und unumkehrbar. Assauer ist laut Medienberichten auf fremde Hilfe angewiesen.

Alzheimer: Prominente, die ihr Gedächnis verloren

Prominente, die ihr Gedächtnis verloren

Alptraum Alzheimer: Der ehemalige Fußballspieler des FC Bayern München, Gerd Müller leidet an einer Alzheimer-Erkrankung. Wenige Wochen vor seinem 70. Geburtstag am 3. November bitten der deutsche Fußball-Rekordmeister und die Familie des Weltmeisters von 1974 um Verständnis, dass es keine öffentlichen Auftritte anlässlich des Jubiläums geben werde. © dpa
Karheinz Böhm
Der große Schauspieler Karheinz Böhm starb am 29. Mai 2014 im Alter von 86 Jahren. Erst im Februar 2013 war Böhms Alzheimererkrankung bekannt geworden. Sein Sohn Michael wollte nicht länger über den Gesundheitszustand seines Vaters schweigen. Karlheinz Böhm wurde an der Seite von Romy Schneider in Sissi ein Star. Böhm setzt sich seit 1981 für hungernde Menschen in der Sahelzone ein (Archivfoto vom 2.05.2011). © dpa
Der ehemalige Schauspieler Karlheinz Böhm, der seit 28 Jahren die Äthiopienhilfe "Menschen für Menschen" leitet, und seien Ehefrau Almazs besichtigen das Wiederaufforstung-Projekt "Sheikh Abdi Erosionsgraben" in Äthiopien (Aufnahme aus dem Jahr 2006).
Der ehemalige Schauspieler Karlheinz Böhm leitet seit 1981 die Äthiopienhilfe "Menschen für Menschen" . Die Aufnahme aus dem Jahr 2006 zeigt, wie Böhm mit seiner Ehefrau Almazs  das Wiederaufforstung-Projekt "Sheikh Abdi Erosionsgraben" in Äthiopien besichtigt. © dpa
Rudi Assauer
Rudi Assauer und die furchtbare Diagnose Alzheimer erschütterte ganz Deutschland. Seine Ehrlichkeit macht betroffen. © dpa
Schalke-Manager Rudi Assauer
In einem TV-Auftritt spricht der Fußballmanager Rudi Assauer Anfang des Jahres 2012 erstmals offen von seinem Leiden. Und der Prominente ist mit seinem schweren Schicksal nicht allein. © dpa
Ronald Reagan
Der frühere US-Präsident Ronald Reagan (1911-2004) erkannte eines Tages seine Frau Nancy nicht mehr - nach mehr als 40 Jahren Ehe. © dpa
Ronald Reagan Alzheimer
"Ich beginne nun die Reise, die mich zum Sonnenuntergang meines Lebens führt..." - 1994 bekannte sich der ehemalige Präsident in einem Brief als Alzheimer-Patient. Dadurch entstand erstmals ein öffentliches Bewußtsein für die Krankheit. © dpa
Gunter Sachs Selbstmord
Er machte sich in Europa einen Namen als Fotograf, Kunstsammler und Playboy: Gunter Sachs. Doch aus Angst vor Alzheimer beging im Alter von 78 Jahren Suizid (7.05.2011). © dpa
Margret Thatcher
Die ehemalige britische Premierministerin Margaret Thatcher gilt als unnachgiebig und brachte ihr den Spitznamen "Die Eiserne Lady" ein. © dpa
Peter Falk
US-Schauspieler Peter Falk als Inspektor "Columbo" in seinem typischen Outfit, dem Trenchcoat - und mit einer Zigarre in der Hand brauchte am Ende Vollzeit-Betreuung. Er leidet bis Sommer 2011 an Demenz und Alzheimer. © dpa
Annie Girardot
Die französische Schauspielerin Annie Girardot starb im Alter von 79 Jahren (28.02.2011) an Alzheimer. © dpa
Charlton Heston
Der an Alzheimer leidende Charlton Heston starb im Alter von 84 Jahren. Der US-Schauspieler wurde bekannt für das Filmepos «Die Zehn Gebote» Moses. Für seinen Judah in «Ben Hur» hatte er 1959 den Oscar als bester Hauptdarsteller bekommen. © dpa
Bubi Scholz
Immer wieder kämpfte sich Bubi Scholz trotz mehrerer Schlaganfälle ins Leben zurück. Die ehemalige Box-Legende litt auch an Alzheimer und starb im Alter von 70 Jahren in Berlin (21.08.2000). © dpa
Country-Star Glen Campbell wollte trotz seiner Diagnose Alzheimer im Herbst 2011 noch ein letztes Mal auf Tour gehen und sich mit mehreren Live-Auftritten von seinen Fans verabschieden. © dpa
Der Schauspieler Fred Delmare zählte zu den bekanntesten DDR-Schauspielern. Zuletzt stand Delmare in der ARD-Serie "In aller Freundschaft" als Opa Friedrich vor der Kamera. 2005 zog er sich aus dem Berufsleben auch wegen seiner Alzheimererkrankung zurück, wo der Mime 2009 verstarb. © dpa
Helmut Zacharias
Der Violin-Virtuose Helmut Zacharias komponierte 400 Stücke, arrangierte 1400 Titel und verkaufte 13 Millionen Platten. Zuletzt verschwand er aus dem Blick der Öffentlichkeit. Der Musiker litt unter der Alzheimer-Krankheit und lebte bis zu seinem Tod im Alter von 82 Jahren (28.02.2002) in einem Sanatorium in der Nähe seines Wohnortes Ascona in der Schweiz. © dpa
Roberto Blanco
Roberto Blanco und Sodom rocken gemeinsam für einen Spot der Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. Mit viel Humor macht der Sänger auf die Krankheit aufmerksam. © obs
Eine Büste des Hirnforschers Alois Alzheimer
Eine Büste des Hirnforschers Alois Alzheimer: Als der Psychiater am 3. November 1906 in Tübingen erstmals "Über einen eigenartigen schweren Erkrankungsprozess der Hirnrinde" referierte, werteten Kollegen seine Entdeckung als Kuriosität. 100 Jahre später ist Alzheimers Name einer der bekanntesten weltweit, von der nach ihm benannten Hirnkrankheit sollen allein in Deutschland 700.000 bis eine Million Menschen betroffen sein. © dpa

„Wenn es eine Sache in der Welt gibt, wenn es eine Sache in meinem Leben gibt, vor der ich immer Angst hatte, so richtig Schiss auf gut Deutsch, dann Alzheimer. Bloß nicht diese Nummer. Bloß nicht dement werden im Alter, das schwirrte mir oft im Kopf herum“, heißt es in dem Buch. Der Hintergrund: Auch seine inzwischen verstorbene Mutter war an Alzheimer erkrankt, sein älterer Bruder wird seit Jahren wegen Altersdemenz in einem Pflegeheim betreut. In Deutschland sind rund 1,2 Millionen Menschen von der Erkrankung betroffen. Dabei sind 95 Prozent der Erkrankten älter als 64. Zu den Symptomen gehören kognitive Störungen, die sich unter anderem auf das Gedächtnis, die Entscheidungs- und die Sprachfähigkeit auswirken.

„Es gibt künstliche Knie, neue Hüftgelenke, andere freuen sich des Lebens mit “nem Herzschrittmacher, aber der Kopf, die Birne. Schlimmer geht s nicht„, wird Assauer in der Vorankündigung des Verlags zitiert. Laut Medienberichten lebt `Assi“, dessen Motto als Macher auf Schalker lautete „Entweder ich schaffe Schalke oder Schalke schafft mich“, bei seiner Tochter in Gelsenkirchen. Seine ehemalige Sekretärin kümmert sich ebenfalls immer noch um den langjährigen Lebensgefährten der Schauspielerin Simone Thomalla.

„Dass ihn diese furchtbare Krankheit ereilt hat, macht mich sehr betroffen. Ich wünsche ihm alle erdenkliche Kraft, mit diesem schweren Schicksal umzugehen. Eines steht fest: Nicht nur die Sympathien, auch die Unterstützung aller Schalker sind ihm sicher“, sagte Schalke-Boss Clemens Tönnies.

Buch-Autor Patrick Strasser von der Münchner Abendzeitung hat Assauer mehrere Monate lang begleitet und viele intensive Gespräche geführt. Das Vorwort hat nach Bild-Angaben Assauers Freund und Schalke-Cheftrainer Huub Stevens geschrieben. Entstanden sei eine bewegende Autobiografie, die Assauer in vielen persönlichen Worten und Bildern ein letztes Mal so nahebringt, wie man ihn gekannt habe, schreibt der Verlag. Die Autobiografie berichte aber auch davon, wie ihn das Schicksal seiner Krankheit viel zu früh aus dem vollen Leben gerissen habe.

In den letzten Jahren war es still um den einstigen Bundesliga-Profi geworden, der 307 Erstligaspiele für Borussia Dortmund (1964 bis 1970) und Werder Bremen (1970 bis 1976) bestritten hatte. Er war als Aktiver Europapokalsieger der Pokalsieger (1966) und DFB-Pokalsieger (1965) mit dem BVB. Später war „Stumpen-Rudi“, dessen ständig qualmende Zigarre zu seinem Markenzeichen wurde, über drei Jahrzehnte - unterbrochen nur von kurzen Engagements beim SV Werder und dem VfB Oldenburg - Manager bei S04.

Mit seinem Leib- und Magenklub holte Assauer 1997 sensationell den UEFA-Pokal und wurde 2001 und 2002 Pokalsieger. Aber unvergessen bleiben vor allem die Bilder vom jubelnden Assauer bei der Vier-Minuten-Meisterschaft der Königsblauen 2001, als er nach dem Abpfiff einer Fehlinformation aufgesessen war und schon den Titeltriumph im Fernduell der Schalker mit Bayern München ausschweifend zelebrierte. Wenige Augenblicke später stürzte das Ausgleichstor von Patrik Andersson für die Bayern in Hamburg ganz Schalke und Assauer in ein Tal der Tränen.

Zurzeit liefern sich die Knappen in der Bundesliga ein spannendes Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Bayern, dem Erzrivalen Dortmund und Borussia Mönchengladbach. Die erste Meisterschaft nach 54 Jahren ist für Schalke drin, Raul und Co. geben alles, um den Titelalptraum der Königsblauen zu beenden. Den schwersten und größten Kampf seines Lebens bestreitet aber zurzeit Schalke-Ikone Rudi Assauer.

sid

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