China will "Avatar" stoppen

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Peking - Trotz des anhaltend starken Besucheransturms dürfen chinesische Kinos die normale Leinwandversion von "Avatar - Aufbruch nach Pandora" nur noch bis Freitag zeigen.

Kinos in Peking berichteten am Dienstag, dass lediglich Lichtspieltheater mit 3D-Technologie den bisher erfolgreichsten Film in China weiter zeigen dürften. Der prämierte Hollywood-Streifen hat in China einen Nerv getroffen, weil sich viele Chinesen durch die Geschichte über die gewaltsame Vertreibung eines Volkes an das Schicksal ihrer eigenen Familien erinnert fühlen, die zwangsweise ihre Häuser für neue Immobilienprojekte und Modernisierungen verlassen müssen.


Laut Hongkonger Zeitung "Apple Daily" wollen Chinas Propagandabehörden den Siegeszug von "Avatar" stoppen, "weil er die Besucher an Zwangsumsiedlungen denken lässt und möglicherweise Gewalt auslösen könnte". Auch nehme der ausländische Film heimischen Produktionen die Einnahmen weg. Anstelle "Avatar", für den sich immer noch Schlangen vor den Kassen bilden, startet am Samstag der chinesische Streifen "Konfuzius", mit dem traditionelle Werte des Philosophen propagiert werden sollen. Kinos müssen für das Wochenende vorbestellte Karten für "Avatar" erstatten. 

James Camerons Kinospektakel "Avatar"

Aufbruch nach Pandora Kinostart Avatar
Der Hollywood-Regisseur James Cameron (“Titanic“) prangert mit seinem neuen Film “Avatar“ die jahrtausendelange Missachtung von Urvölkern an. © 2009 Twentieth Century Fox
Aufbruch nach Pandora Kinostart Avatar
In dem Film lebt das menschen-ähnliche Urvolk der Na'vi. © 2009 Twentieth Century Fox
Aufbruch nach Pandora Kinostart Avatar
Sie wohnen auf dem Planeten Pandora im Einklang mit der Natur... © 2009 Twentieth Century Fox
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... bis die Menschen angreifen. © 2009 Twentieth Century Fox
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Vor Jahren wurde Jake Sully schwer verwundet und ist seitdem von der Hüfte abwärts gelähmt. © 2009 Twentieth Century Fox
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Als ihm für ein Projekt das Angebot unterbreitet wird, zum weit entfernten Pandora zu reisen, willigt er schnell ein, um seinem für ihn sinnlos gewordenen Leben zu entkommen. © 2009 Twentieth Century Fox
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Pandora ist reich an dem für den Menschen sehr wertvollen Rohstoff Unobtainium © 2009 Twentieth Century Fox
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Da der Mensch in der Atmosphäre Pandoras nicht existieren kann, wurde ein wissenschaftliches Projekt initiiert, bei dem genetisch manipulierte Hybride aus menschlicher und Na’vi DNA erschaffen wurden: die so genannten Avatare. © 2009 Twentieth Century Fox
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Ein Avatar wird von einem Menschen mental gesteuert, indem das menschliche Gehirn und die Gefühlsrezeptoren über eine spezielle Technologie mit dem Avatar-Körper verbunden sind. © 2009 Twentieth Century Fox
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Leiterin des Projekts ist die Wissenschaftlerin Dr. Grace Augustine (Sigourney Weaver). © 2009 Twentieth Century Fox
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Jake tritt ihr zunächst skeptisch gegenüber. © 2009 Twentieth Century Fox
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Während Jakes Erkundigungen auf Pandora trifft er die junge und schöne Na’vi Frau Neytiri (Zoe Saldana). © 2009 Twentieth Century Fox
Aufbruch nach Pandora Kinostart Avatar
Sie fasziniert ihn sofort. Durch sie lernt er nach und nach das Leben und die Kultur der Na’vis kennen. © 2009 Twentieth Century Fox
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Doch je mehr Zeit Jake mit den Na’vis verbringt, desto mehr gerät er in einen Konflikt, mit sich selbst und mit seiner Außenwelt. © 2009 Twentieth Century Fox
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Er muss sich entscheiden, auf wessen Seite er steht. © 2009 Twentieth Century Fox
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Es beginnt ein Kampf, der über das Schicksal einer ganzen Welt entscheidet. © 2009 Twentieth Century Fox
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Neytiri (Zoe Saldana). © 2009 Twentieth Century Fox

Die bekannte chinesische Kolumnistin Hung Huang beschrieb in der Tageszeitung "China Daily", warum sich viele Chinesen mit dem Na'vi-Volk in dem Science-Fiction identifizieren und sprach von einem "sozialen Phänomen". "All die zwangsweisen Umsiedlungen alter Nachbarschaften in China machen uns heute zu den einzigen Erdenbürgern, die wirklich das Leid der Na'vi nachempfinden können."

Der berühmte chinesische Blogger Han Han schrieb: "Für Besucher in anderen Ländern ist eine solche brutale Räumung jenseits ihrer Vorstellungskraft. Es kann nur auf einem anderen Planeten oder in China stattfinden." "Avatar" hatte in der Nacht zum Montag den Golden Globe als bester Film des Jahres gewonnen. Auch wurde sein Regisseur James Cameron von der Vereinigung der Auslandspresse in Hollywood ausgezeichnet.

dpa

Quelle: rosenheim24.de

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