Gefahr für den Luftverkehr

88 Mal Drohnen in der Nähe von Flugzeugen gesichtet

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Die meisten Drohnen wurden 2017 in der Nähe des Frankfurter Airports gesichtet. Foto: Julian Stratenschulte

Hunderttausende lassen zum Spaß fliegende Kameras aufsteigen. Für Flugzeuge sind Drohnen aber eine ernste Gefahr. Helfen neue Regeln, die Zahl der Zwischenfälle zu senken?

Frankfurt/Main (dpa) - Immer wieder kommen Drohnen dem Luftverkehr bedrohlich nahe: Im vergangenen Jahr sind die kleinen Flugobjekte laut Flugsicherung allein 70 Mal in der Nähe von deutschen Flughäfen gesichtet worden. Weitere 18 Mal entdeckten Piloten die Flugkameras auf der Strecke.

Damit hat sich die Zahl der gefährlichen Begegnungen im Luftraum zwar erhöht, aber nicht ganz so stark wie befürchtet. 2016 hatte die Flugsicherung 58 Drohnen bei einem An- oder Abflug gezählt, plus sechs auf freier Strecke.

Die mit Abstand meisten Drohnen wurden 2017 in der Nähe des Frankfurter Airports gesichtet (15), wie aus der aktuellen Zählung der Flugsicherung hervorgeht. Es folgen Berlin-Tegel (11), Düsseldorf (8) und München (7), danach Berlin-Schönefeld (5) sowie Köln/Bonn und Hamburg (jeweils 4).

Die unbemannten Flugobjekte mit vier Rotoren und Kamera sind eine Gefahr für den Flugverkehr. Im Oktober stieß in Kanada erstmals eine Drohne mit einem Passagierflugzeug zusammen. Nach Angaben der Behörden gab es nur kleinere Schäden, der Zusammenstoß hätte aber auch katastrophale Folgen haben können, wenn die Drohne Cockpit oder Triebwerke getroffen hätte. 2016 war ein Lufthansa-Airbus bei der Landung in München beinahe mit einem Quadrocopter zusammengestoßen.

"Wir haben schon lange erkannt, dass offensichtlich viele Menschen überhaupt keine Vorstellung haben, wie gefährlich ein Drohnenflug am falschen Ort sein kann", sagte Ute Otterbein, Sprecherin der Deutschen Flugsicherung in Langen bei Frankfurt, der Deutschen Presse-Agentur. Prognosen, dass es 2017 erstmals mehr als 100 Vorfälle werden würden, seien zwar nicht eingetroffen, dennoch seien es "immer noch zu viele", sagte die Sprecherin.

Um über die Gefahren aufzuklären, hat die Flugsicherung im Sommer eine DrohnenApp entwickelt. Sie werde inzwischen von 20 000 Menschen genutzt, hieß es. Auch Bücher informieren, wo Drohnen unterwegs sein dürfen und wo nicht. Die Flugsicherung schätzt, dass es rund eine Million Drohnen in Privathaushalten gibt, kleinere Modelle gibt es schon für weniger als 100 Euro. Fotografen nutzen größere Modelle zum Beispiel für Luftaufnahmen, Versandunternehmen testen Paketlieferungen per Drohne.

Seit Oktober gelten verschärfte Regeln für den Drohnenflug: Große Geräte müssen gekennzeichnet sein, manche brauchen eine Aufstiegserlaubnis. Ist die Drohne schwerer als zwei Kilogramm, braucht der Pilot seit 1. Oktober zudem einen Kenntnisnachweis. Maximale Flughöhe ist 100 Meter. Über "sensiblen Zonen" sind Drohnenflüge ganz verboten - zum Beispiel über Flughäfen.

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