Einige Opfer werden wohl nie geborgen

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Die Suche dauert an - doch einige Opfer des Airbus-Absturzes werden wohl nie geborgen.

Recife - Schlechtes Wetter hat am Freitag die Suche nach weiteren Opfern und Trümmerteilen des Air-France-Absturzes erschwert.

Die Chancen, die sterblichen Überreste aller 228 Insassen der Maschine zu bergen, seien verschwindend gering, erklärte ein Sprecher der brasilianischen Luftwaffe.

Inzwischen seien Leichen in 85 Kilometern Entfernung von der Stelle geborgen worden, an der am Samstag vergangener Woche die ersten Opfer entdeckt worden waren, sagte General Ramon Cardoso weiter. Bis zum Donnerstag wurden nach Angaben der Luftwaffe die sterblichen Überreste von insgesamt 44 Insassen der Unglücksmaschine geborgen. Stürme und schlechte Sicht behinderten die Suche bereits in den vergangenen Tagen. Ein früherer Mitarbeiter der US-Verkehrssicherheitsbehörde (NTSB), John Goglia , sagte, die Unfallermittler wollten die Strömungsverhältnisse berechnen und zur Fundstelle der Leichen in Beziehung setzen. “Diese Leichen in solch großer Entfernung oder so sehr getrennt vom Trümmerfeld zu finden, ist ein sehr wichtiger Hinweis und könnte auf ein Auseinanderbrechen der Maschine in der Luft hindeuten“, sagte Goglia.

Die schlimmsten Flugzeugabstürze

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Airbus-Chef Tom Enders warnte unterdessen vor Spekulationen über die Ursache des Absturzes. Mit Blick auf Berichte, wonach ein fehlerhafter Geschwindigkeitsmesser die Katastrophe auf dem Flug zwischen Brasilien und Frankreich verursacht haben könnte, sagte Enders der ARD : “Es gibt keinen direkten Zusammenhang zwischen falschen Geschwindigkeitsmessungen oder Inkonsistenzen der verschiedenen Sensoren und dem Unfall.“

Entschieden verwahrte Enders sich noch einmal gegen einen Bericht von “Le Figaro“. Die französische Zeitung hatte geschrieben, der Ausfall der Messgeräte an dem Unglücksairbus vom Typ A330-200 sei sicherlich der Auslöser des Absturzes gewesen. Zudem erwäge Airbus, alle Langstreckenflugzeuge des Typs A330 und A340 vorübergehend aus dem Verkehr zu ziehen, um die Sensoren auszutauschen. Enders sprach am Donnerstagabend in der ARD von “komplettem Blödsinn“ und bekräftigte: “Der Bericht vom 'Figaro' hat keinerlei Substanz.“

Suche nach Black Box fortgesetzt

Enders sagte am Donnerstag in London , es wäre ohnehin Sache der Flugaufsichtsbehörden, einen Maschinentyp aus dem Verkehr zu ziehen. Die Untersuchung der Ursache von Flugzeugabstürzen könne Monate dauern. In der “Bild“-Zeitung (Freitagausgabe) versicherte er: “Wir wollen alle wissen, was passiert ist. Aber was wir jetzt brauchen ist Geduld. Solche Untersuchungen brauchen Zeit. Das schulden wir den Opfern und der Sicherheit in der Luftfahrt.“ Ein französisches Atom-U-Boot setzte unterdessen die Suche nach der Black Box fort. Von dem Flugschreiber erhoffen sich die Ermittler Rückschlüsse auf die Ursache des Unglücks vom 1. Juni. Die “Emeraude“ soll jeden Tag ein Gebiet bis zu 35 Quadratkilometern absuchen, zwei weitere Spezialschiffe sollten bis zum Wochenende hinzustoßen.

AP

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