Schüsse in Restaurant

Europäer bei Islamisten-Anschlag in Mali getötet

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Ermittler am Tatort in Mali.

Bamako - Bei einem Angriff auf einen beliebten Nachtclub in der malischen Hauptstadt Bamako sind in der Nacht zum Samstag mindestens fünf Menschen getötet worden. Unter den Opfern sollen auch Europäer sein.

Mutmaßliche Islamisten haben in einem auch bei Ausländern beliebten Nachtclub in der malischen Hauptstadt Bamako ein Blutbad angerichtet und dabei fünf Menschen getötet. Unter den Opfern sind Medienberichten zufolge ein Franzose und ein Belgier sowie ein malischer Polizist und ein Sicherheitsbeamter. Bei dem fünften Toten könnte es sich um einen weiteren Franzosen handeln. Der französische Sender RFI sprach von außerdem mindestens zehn Verletzten, von denen zwei in kritischem Zustand seien.

Die Täter griffen Zeugen zufolge das Lokal „La Terrasse“ in der Nacht zum Samstag mit einer Maschinenpistole und Handgranaten an. Einer von ihnen habe laut „Allahu Akbar“ (Gott ist der Größte) gerufen, berichtete der Augenzeuge Hamadoun Touré. Anschließend seien die Männer mit einem Auto und einem Motorrad geflohen. Laut RFI waren sie mit Masken vermummt. Zwei Verdächtige seien wenig später in der Nähe des Tatorts festgenommen worden. Das Gebiet wurde weiträumig abgesperrt.

Die Zeitung „Le Figaro“ berichtete, einer der Toten sei ein Franzose, ein in Bamako lebender Ingenieur. Der französische Präsident François Hollande verurteilte den Anschlag scharf. Premierminister Manuel Valls äußerte im Kurznachrichtendienst Twitter seine Unterstützung für den malischen Präsidenten Ibrahim Boubacar Keita.

Der belgische Außenminister Didier Reynders zeigte sich „schockiert über die feige Tat“, bei der auch ein belgischer Staatsbürger ums Leben gekommen sei. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini teilte über Twitter mit, eines der Opfer habe für die EU-Mission in Mali gearbeitet, nannte aber keine weiteren Details.

Der Manager des Nachtclubs, Hamadoun Dicko, sagte der Deutschen Presse-Agentur, es habe zuvor keine Drohungen gegen sein Restaurant gegeben. „Der Franzose, der als erstes getötet wurde, saß in der Nähe der Tür. Es ist schwer zu sagen, ob der Anschlag ihm galt oder ob die Täter den ersten Weißen erschossen haben, den sie gesehen haben.“

Nach einem Putsch hatten Islamisten und Separatisten 2012 in Mali den Norden unter ihre Kontrolle gebracht. Erst durch ein Eingreifen der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich wurde das Wüstengebiet wieder zurückerobert. Bis heute bleibt die Lage dort unübersichtlich. Jedoch waren Anschläge im südlich gelegenen Bamako bisher eher selten.

dpa

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