Anschlag auf Terrorfahnder in Pakistan: 13 Tote

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Ein Polizist steht in Lahore (Pakistan) neben einem Auto, das bei dem Selbstmordanschlag zerstört wurde.

Lahore - Bei einem Selbstmordanschlag auf die Polizei in Pakistan sind am Montag mindestens 13 Menschen getötet und mehr als 60 weitere zum Teil schwer verletzt worden.

Der Attentäter lenkte seinen mit mehr als einer halben Tonne Sprengstoff beladenen Wagen gegen die Begrenzungsmauer eines Gebäudes in der Stadt Lahore, das für Verhöre hochrangiger Festgenommener genutzt wurde. Unter den Verletzten waren nach Krankenhausangaben mehrere Frauen, die gerade ihre Kinder zur Schule brachten.

Das sind die Taliban

Das sind die Taliban

Zu der Bluttat bekannten sich in einem Anruf bei der Nachrichtenagentur AP die Taliban. Sie werden für eine Welle der Gewalt verantwortlich gemacht, der seit Oktober mehr als 600 Menschen zum Opfer fielen. Der Anschlag in Lahore beendete eine Zeit relativer Ruhe in Pakistan und machte deutlich, dass Aufständische weiter in der Lage sind, fernab des Grenzgebiets zu Afghanistan im pakistanischen Kernland zuzuschlagen.

Nach Angaben eines Krankenhauses in Lahore kamen unter anderen eine Frau und ein junges Mädchen ums Leben. Mehrere der 61 Verletzten schwebten in Lebensgefahr, teilte ein Polizeisprecher mit. Ein Schüler der nahe gelegenen Religionsschule, Noorul Huda, berichtete, nach der Explosion seien Steine und Teile des Daches auf die Schüler gefallen. “Draußen herrschte totales Chaos. Menschen liefen umher und riefen um Hilfe.“ Bewohner des Viertels hatten die Behörden aufgefordert, das Polizeigebäude nicht länger als Verhörzentrum zu benutzen, damit es nicht Ziel eines Anschlags werde, wie der Anwohner Mohammad Musharraf sagte. Er berichtete, die Explosion habe sich wie ein Erdbeben angefühlt. Sein Sohn sei von einem herabstürzenden Fenster getroffen worden, das ihm den Arm gebrochen habe.

Offenbar Al-Kaida-Sprecher gefasst

Bei einem den USA zugeschriebenen Drohnenangriff nahe der afghanischen Grenze wurden nach Geheimdienstangaben am Montag drei Menschen getötet und eine weitere Person verletzt. Auf ein Haus in Miran Shah in der Stammesregion Nord-Waziristan seien mindestens zwei Raketen abgefeuert worden, erklärten Gewährsleute. Über die Identität der Toten war zunächst nichts bekannt.

Derweil wurde bekannt, dass den pakistanischen Behörden offenbar ein Schlag gegen die Terror-Organisation Al Kaida gelungen ist. Aus Regierungskreisen verlautete, der in den USA geborene Al-Kaida-Sprecher Adam Gadahn sei vor einigen Tagen in der Hafenstadt Karachi vom Geheimdienst gefasst worden. Der 31-Jährige, der in einem halben Dutzend Al-Kaida-Videos zu sehen ist, wurde im Jahr 2006 als erster Amerikaner seit mehr als 50 Jahren wegen Landesverrats angeklagt. Die US-Behörden bestätigten die Festnahme zunächst nicht.

Von Babar Dogar

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