Chris Parker leistete nur „begrenzte Hilfe“

Helfer bei Anschlag von Manchester: Erst als Held gefeiert - nun vor Gericht

Nach dem Anschlag von Manchester ließ sich Chris Parker als Held feiern, knapp acht Monate später steht er nun als Betrüger da.

Der Obdachlose räumte am Mittwoch vor Gericht ein, dass er anstatt zu helfen zwei Opfer des Anschlags bestahl.

Überführt wurde der 33-Jährige durch Aufnahmen einer Überwachungskamera. Auf ihnen ist zu sehen, wie Parker die Geldbörse einer verletzten Frau stiehlt, deren Enkelin im Sterben lag. Der Angeklagte bekannte sich zudem schuldig, das Handy einer Jugendlichen entwendet zu haben. Das Gericht will am 30. Januar das Urteil in dem Fall verkünden.

Parker soll Beistand geleistet haben

Ein islamistischer Selbstmordattentäter hatte bei dem Anschlag nach einem Konzert der US-Sängerin Ariana Grande am 22. Mai 22 Menschen getötet. Parker erlangte Bekanntheit, weil er nach der Explosion den am Boden liegenden Verletzten beigestanden haben soll. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft leistete er tatsächlich eine "begrenzte Hilfe", vor allem habe er aber die Notlage der Opfer ausgenutzt.

Parker hatte britischen Medien nach dem Attentat gesagt, dass er vor dem Konzertsaal gebettelt habe, als sich der Selbstmordattentäter in die Luft sprengte. Anstatt wegzulaufen habe er versucht, den Verletzten zu helfen. Eine Frau sei in seinen Armen gestorben, außerdem habe er ein kleines Mädchen gerettet, dessen Mutter gerade getötet worden war.

Parkers Geschichte hatte viele Menschen bewegt. Bei einer Crowdfunding-Kampagne wurden mehr als 50.000 Euro für ihn gesammelt. Das Geld wurde ihm allerdings nicht ausgehändigt.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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