Deutsche paddelt im Kajak um Australien

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Sydney - Einmal um Australien paddeln, 13 000 Kilometer, und das zwischen Krokodilen und Haien - diese Rekordleistung hat Extremsportlerin Freya Hoffmeister aus Husum in Schleswig-Holstein geschafft.

Und zwar so schnell wie niemand vor ihr. Die 45-Jährige traf am Dienstag unter dem Jubel von Schaulustigen in Queenscliff bei Melbourne ein, genau dort, wo sie vor elf Monaten gestartet war. “Ich bin müde und habe keine Lust mehr zu paddeln, aber es war das Risiko wert“, sagte sie bei der Ankunft ein bisschen erschöpft.

Hoffmeister ist erst der zweite Mensch, der die anstrengende Paddeltour rund um den fünften Kontinent geschafft hat: Vor ihr umrundete der Neuseeländer Paul Caffyn Australien 1982 - er brauchte vier Wochen länger. Sollte es in den nächsten 27 Jahren wieder jemand wagen, werde sie persönlich an der Ziellinie stehen, versprach die 45-Jährige.

Hoffmeister legte pro Tag etwa 60 Kilometer in ihrem Kajak zurück. Krokodile und Haie ließ die einstige Bodybuilderin weitgehend links liegen. “Ich habe jede Menge Krokodile gesehen, aber zum Glück nur von weitem“, erzählte sie dem Audiodienst der Deutschen Presse- Agentur dpa. “Sie sind dann schnell umgedreht, und ich auch.“ Mit Haien hatte Hoffmeister nach eigener Schätzung 20 bis 30 mal das Vergnügen. Die meisten stießen ihr Kajak nur an, aber einer habe auch hineingebissen, und dabei einen Zahn verloren. Das Souvenir verlor Hoffmeister leider später am Strand.

Nach dem Schreck dachte sie im Juli über die Risiken ihres Abenteuers nach, wie sie dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag damals erzählte. Doch das nur kurz: Ans Aufgeben habe sie keine Sekunde gedacht. “Der Biss des Hais war nicht so lustig“, sagte sie dem Audiodienst der dpa. “Aber ich habe das Boot geflickt und ausgepumpt und dann war's gut.“

Hoffmeister, die in Husum Eiscafés betreibt, war im Januar in Queenscliff an der Ostküste aufgebrochen. Die Tour in ihrem Fiberglas-Kajak war ziemlich einsam, 245 der 332 Tage war sie im Wasser. Auf halbem Weg streckte sie ein Grippevirus ein paar Tage nieder. Dann ging es weiter. Hoffmeister übernachtete meist im Zelt am Ufer. “Ich habe nur gelegentlich Kontakt mit Leuten gehabt, die mir dann mit einem Bett, einer Dusche oder Einkaufsmöglichkeiten geholfen haben“, sagte sie. Nur am Ende fuhr ihr Freund Greg im Campingbus am Ufer nebenher und half, ihr Material zu transportieren.

Auf den Marathon-Trip hatte Hoffmeister sich mit der Umrundung Islands und der Südinsel Neuseelands vorbereitet. Die Australien-Tour sei aber die Krönung, zu vergleichen mit dem Traum aller Bergsteiger, sagte sie: “Das waren alle 14 Achttausender zusammen - in elf Monaten.“

dpa

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