Eier für die Polizei aus Los Angeles

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Demonstrationen in Los Angeles.

Los Angeles - Nach den tödlichen Schüssen eines Polizisten auf einen guatemaltekischen Einwanderer haben am Dienstag den zweiten Tag in Folge Hunderte Menschen vor einem Polizeirevier in Los Angeles demonstriert.

 Angehörige des Opfers werfen dem Polizisten, der auf den 37-jährigen Tagelöhner gefeuert hatte, übertriebene Gewaltanwendung vor. Der Chef der Polizei von Los Angeles, Charlie Beck, versprach eine ausführliche Untersuchung des Falls. Bei der Demonstration wurden nach Polizeiangaben 22 Personen festgenommen. Ersten Ermittlungsergebnissen zufolge war der Polizist am Sonntagnachmittag gemeinsam mit zwei weiteren Fahrradpolizisten von Passanten alarmiert worden, sagte Beck.

Sie hätten den Beamten berichtet, dass ein Mann Menschen mit einem Messer bedrohe. Statt wie von den Polizisten gefordert die Waffe abzulegen, sei der Mann dann mit hoch erhobenem Messer auf einen der Polizisten losgegangen, der daraufhin geschossen habe. Der Mann starb noch am Tatort. Den Zeugenaussagen nach habe der Polizist zwei Mal in Notwehr geschossen, sagte Beck.

Ein Cousin des Opfers berichtete, der Tagelöhner habe zwar gerne getrunken, er sei aber nicht gewalttätig gewesen. Ähnliches berichteten auch Nachbarn. Sie beschrieben ihn als einen freundlichen, hart arbeitenden Mann, der am Wochenende gerne einen trank. “Einen Betrunkenen zu töten, ist falsch“, sagte der Cousin. Sie hätten nichttödliche Mittel wählen sollen, sagte ein Bekannter des Toten. Die Fahrradpolizisten hätten keine der üblichen nichttödlichen Waffen wie Schlagstöcke und Elektroschocker bei sich gehabt, erklärte Beck. Die etwa 300 Demonstranten versammelten sich am Dienstag vor einer Polizeiwache in der Nähe des Tatorts. Einige beteten und zündeten Kerzen an, andere bewarfen die Wache mit Eiern.

Bereits am Montag war es zu Protesten gekommen, bei denen nach Polizeiangaben vier Personen festgenommen wurden. Bei der Kundgebung seien Steine und Flaschen auf das Gebäude geworfen und drei Beamte leicht verletzt worden, berichtete der Polizist Bruce Borihanh. Vor drei Jahren war es am 1. Mai am Rande einer Demonstration für mehr Rechte für Einwanderer zu Auseinandersetzungen mit der Polizei bekommen, bei denen Dutzende Demonstrationsteilnehmer verletzt wurden.

ap

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