Stärkster Erdstoß seit 30 Jahren

Mindestens 348 Tote nach verheerendem Erdbeben im Kurdengebiet

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Das Erdbeben hat schwere Schäden verursacht.

Ein heftiger Erdstoß erschüttert die Kurdengebiete in der Grenzregion. Die Zahl der Toten steigt im Minutentakt. Im Morgengrauen sollen die Rettungsarbeiten beginnen. Was die Retter dann erwartet, ist noch ungewiss.

Teheran - Bei einem schweren Erdbeben in der Grenzregion zwischen dem Iran und dem Irak haben mehr als 300 Menschen ihr Leben verloren. Dem iranischen Innenministerium zufolge gab es am Montag mindestens 338 Tote und 6600 Verletzte. Weitere Opfer wurden befürchtet. Das Erdbeben der Stärke 7,3 hatte die südlichen Kurdengebiete in der Grenzregion am Sonntagabend (Ortszeit) erschüttert. Laut dem Geoforschungszentrum Potsdam lag das Zentrum des Bebens in etwa 34 Kilometern Tiefe in der westiranischen Provinz Kermanschah.

Rettungskräfte konnten erst acht Stunden nach dem Beben ihre Bergungsarbeiten richtig beginnen. Sie mussten warten, bis es in den betroffenen Gebieten wieder hell wurde. Danach stiegen die Opferzahlen fast im Minutentakt. Bis Montagmittag gab es zudem über 140 Nachbeben in mehreren Provinzstädten.

Nach Angaben des Roten Halbmonds waren besonders die drei Grenzstädte Sare Pole Sahab, Ghassre Schirin und Asgal von dem Beben betroffen. In diesen drei Städten wurden die meisten Tote gezählt. In der Provinzhauptstadt Kermanschah gab es weniger Tote und Schäden, trotzdem verbrachten zahlreiche Menschen die Nacht aus Angst vor weiteren Beben außerhalb im Freien.

Krankenhäuser überfordert - Gesundheitsministerium schickt weitere Ärzte

Das Beben in Kermanschah war das schlimmste seit 1990. Damals gab es in Rudbar in der nordiranischen Gilan Provinz eine Erschütterung der Stärke 7,4. Mehr als 35 000 Menschen kamen ums Leben. Ein verheerendes Beben gab es 2003 in Bam in Südostiran mit über 26 000 Toten. Das letzte größere Beben in der Kermanschah-Provinz war laut Medienberichten 1847.

Die Krankenhäuser in Kermanschah, wo die meisten Verletzten behandelt werden, sind laut Augenzeugen überfordert. Das Gesundheitsministerium in Teheran hat daher mehr als 100 Ärzte in die Region entsandt, um in mobilen Kliniken in den Grenzstädten den Menschen zu helfen. Die Schwerverletzten werden nach Teheran geschickt.

Präsident Hassan Ruhani wird am Dienstag die Erdbebengebete besuchen. Am Montag versprach er den von dem Beben betroffenen Menschen jede mögliche Hilfe. Das Beben habe für alle Ministerien höchste Priorität, so der Präsident.

Das Epizentrum des Bebens lag in der iranischen Provinz Kermanschah.

Auf irakischer Seite hielt sich die Opferzahl vergleichsweise in Grenzen. Acht Menschen seien im Nordirak getötet worden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Zudem seien 535 Personen verletzt worden. Die Behörden in den kurdischen Orten Sulaimanija und Halabdscha gaben Angestellten am Montag für die Aufräumarbeiten frei. In der Region wurden Hunderte Häuser zerstört. Die bergige Region um Sulaimanija im Südosten der Region Kurdistan ist bei der vornehmlich kurdischen Bevölkerung ein beliebtes Urlaubsgebiet.

Etwas später erschütterte ein ähnlich starkes Erdbeben am Sonntagabend (Ortszeit) auf der anderen Seite der Welt die Pazifikküste von Costa Rica. Das Zentrum des Bebens der Stärke 6,4 lag südöstlich des Badeortes Jacó im Pazifik, vor der Westküste des mittelamerikanischen Landes, wie die nationale seismologische Beobachtungsstelle mitteilte. Wenngleich es wenig schwächer war, blieb die Opferzahl zunächst gering. Zwei Menschen starben an einem Herzinfarkt, wie die örtliche Zeitung „La Nación“ schrieb. Berichte über weitere Opfer oder größere Schäden gab es zunächst nicht.

Schweres Erdbeben zwischen Iran und Irak

dpa

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