Mehr als 400 Verletzte

Erdbeben in China - mindestens 70 Tote

Gansu - Bei zwei schweren Erdbeben im Nordwesten Chinas sind am Montag mehr als 70 Menschen ums Leben gekommen. Mehr als 400 weitere Menschen seien verletzt worden.

Das teilten die Behörden in der nordwestlichen Provinz Gansu mit. Die Erschütterungen brachten hunderte Häuser zum Einsturz, 21.000 weitere wurden schwer beschädigt.

Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS ereignete sich das erste Beben mit einer Stärke von 5,9 um 07.45 Uhr Ortszeit (01.45 Uhr MESZ) westlich von Beidao in einer Tiefe von 9,8 Kilometern. Anderthalb Stunden später erschütterte ein zweites Beben mit einer Stärke von 5,6 die Region. Die chinesische Erdbebenbehörde sprach später von einem Beben der Stärke 6,6.

Durch die schweren Erschütterungen seien mehr als 21.000 Gebäude schwer beschädigt worden und mehr als 1200 weitere eingestürzt, sagte ein Vertreter der Erdbebenbehörde von Gansu der Nachrichtenagentur AFP. Mehr als 370 Nachbeben seien registriert worden. Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, waren die Beben nicht nur in Gansus Provinzhauptstadt Lanzhou, sondern auch in Xian, der Hauptstadt der Nachbarprovinz Shaanxi, zu spüren.

Naturkatastrophen: Das sind die gefährlichsten Länder

Naturkatastrophen: Das sind die gefährlichsten Länder der Erde

Der WeltRisikoIndex zeigt an, in welchen Ländern das Katastrophenrisiko besonders hoch ist, wobei nicht nur die Gefahr durch Naturkatastrophen in den Blick genommen wird, sondern auch der Entwicklungsstand der Gesellschaft. Auf Platz 10: Der Inselstaat Timor-Leste in Südostasien. In dem bitterarmen auch ein erhöhtes Risiko für Tsunamis und Erdbeben. © dpa
Den neunten Platz belegt El Salvador - das Land wird häufig von Naturkatastrophen wie etwa Erdbeben heimgesucht. Auch Vulkanausbrüche erschweren der Bevölkerung das Leben. © dpa
Laut dem WeltRisikoBericht gehört auch Kambodscha zu den gefährlichsten Ländern der Welt - in dem Entwicklungsland kommt es oft zu Tropenstürmen und Überschwemmungen. Daher ist Kambodscha auf Platz 8 der gefährlichsten Länder der Erde. © dpa
Auf Platz 7: Costa Rica. Hier herrscht Gefahr durch Naturkatastrophen wie Erdbeben, Vulkanausbrüche oder Hurrikane, wegen der es auch zu Überschwemmungen kommen kann. © dpa
Den sechsten Platz belegen die Salomonen. Der Inselstaat im Pazifik wird häufig von Erdbeben und Tsunamis erschüttert. © dpa
Auf Platz 5: Bangladesch. Das Entwicklungsland wird kontinuierlich von Unwettern heimgesucht und ist stark erdbebengefährdet. © dpa
Auf Platz 4 der Liste ist Guatemala - in dem Land besteht eine erhöhte Gefahr für Wirbelstürme. Außerdem gibt es in dem Entwicklungsland 25 aktive Vulkane. © dpa
Den dritten Platz der Statistik belegen die Philippinen. Der Inselstaat ist häufig von Taifunen oder Erdbeben betroffen. © dpa
Der Inselstaat Tonga ist auf Platz zwei der gefährlichsten Länder. Er wird häufig von verheerenden Naturkatastrophen wie Erdbeben heimgesucht. © dpa
Den traurigen ersten Platz belegt Vanuatu - der Pazifikstaat leidet unter dem Klimawandel und Naturkatastrophen wie Erdbeben und Stürmen. © dpa

Die Behörden schickten 500 Zelte und 2000 Decken in das Katastrophengebiet. 2000 Soldaten, 300 Polizisten, 50 medizinische Rettungskräfte und zwei Hubschrauber seien in das Gebiet entsandt worden, berichtete Xinhua. Regenfälle könnten laut Wettervorhersage ihren Einsatz erschweren.

Das Staatsfernsehen zeigte Bilder von Dörfern mit von Trümmern übersäten Straßen. Das Erdbeben habe auch Erdrutsche ausgelöst, die Häuser unter sich begraben hätten. Allein im Bezirk Zhang stürzten nach Behördenangaben 380 Gebäude ein, tausende weitere wurden beschädigt. In 13 Städten des Bezirks brachen die Kommunikationsverbindungen zusammen, wie Xinhua berichtete. In einigen Gebieten sei der Strom ausgefallen.

Gansu ist relativ dünn besiedelt. In der besonders schwer von dem Erdbeben getroffenen Stadt Dingxi leben allerdings etwa 2,7 Millionen Menschen.

Im Westen Chinas sind Erdbeben sehr häufig. In der Provinz Sichuan waren Anfang des Jahres rund 200 Menschen bei einem Beben der Stärke 6,6 ums Leben gekommen. Fünf Jahre zuvor hatte ein Beben in der selben Provinz fast 90.000 Menschenleben gekostet.

AFP

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