Beben auf Sumatra: Tausende Tote befürchtet

Jakarta - Keine 24 Stunden nach dem schweren Beben vor Samoa haben heftige Erdstöße auch die indonesische Insel Sumatra erschüttert. Die Behörden befürchten Tausende von Toten.

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Nach ersten Berichten gab es 75 bestätigte Todesopfer. “Aber die Zahl wird definitiv höher sein“, sagte Vizepräsident Jusuf Kalla. Auf “schlimmere Ausmaße als nach dem Beben von Yogyakarta“ bereitete Gesundheitsminister Siti Fadilah Supari die Menschen vor. Dort waren vor drei Jahren mehr als 3.000 Opfer zu beklagen. Von Tausenden von Verschütteten war die Rede. Unzählige Häuser, darunter auch eine Klinik und mehrere Hotels, sollen eingestürzt oder beschädigt sein, Telefonverbindungen wurden unterbrochen, an einigen Stellen brach Feuer aus. Viele Menschen liefen in Panik auf die Straßen. Der erste Erdstoß mit Stärke 7,6 wurde laut US-Erdbebenzentrum um 12.16 Uhr gemessen. Schon 22 Minuten später gab es ein starkes Nachbeben.

Das Zentrum der Beben lag vor Sumatras Westküste, nur etwa 45 Kilometer von Padang entfernt. Viele Menschen wurden unter den Trümmern der eingestürzten Häuser begraben. In örtlichen Medien wurde über möglicherweise mehrere hundert Tote spekuliert. Außerdem soll es Dutzende von Verletzten geben. Über das genaue Ausmaß der Verwüstungen gab es auch Stunden nach dem Erdbeben noch keine Übersicht.

Bilder von der Naturkatastrophe in Sumatra

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Auch über die Zahl der Opfer bestand zunächst keine Klarheit. Während Padangs Bürgermeister von 75 Toten berichtete, sprach das Gesundheitsministerium von 13 Getöteten. Wie Nicola Breunig von der Hilfsorganisation Help in Medan im Norden Sumatras der Deutschen Presse-Agentur dpa berichtete, war zunächst eine Tsunami-Warnung ausgegeben worden, die jedoch kurze Zeit später wieder aufgehoben wurde. In ihrer Region habe man von dem Beben nichts gespürt, jedoch hätten ihr Kollegen von der westlich gelegenen Insel Nias mitgeteilt, dass die Erde zwei bis drei Minuten gebebt habe.

Ebenso wie Angehörige anderer, ebenfalls deutscher Hilfsorganisationen wollte die 30-Jährige Helferin aus dem baden- württembergischen Tauberbischofsheim am Donnerstag in das Katastrophengebiet fahren. “Die Erfahrungen der nationalen und internationalen Organisationen die hier in Indonesien in der Vergangenheit bereits mehrfach Nothilfe geleistet haben, hat gezeigt, dass es mehrere Tage dauert, bis das tatsächliche Ausmaß der Schäden und Opferzahlen ersichtlich wird“, sagte ein Sprecher von Help e.V. in Bonn. Ähnlich äußerte sich der Direktor für Katastrophenvorsorge der Hilfsorganisation World Vision, Jimmy Nadapdab: “Wichtig ist, dass den Opfern so schnell wie möglich geholfen wird.

In der Regel brauchen die Menschen dringend Wasser und was zu essen. Wenn ihre Häuser zusammengebrochen sind, brauchen sie Zelte und Decken.“ World Vision ist derzeit in Asien mit zahlreichen Mitarbeitern im Einsatz, um auch den Opfern des Taifuns zu helfen, der in den letzten Tagen über die Philippinen, Vietnam und Laos hinwegfegte. Die Erdstöße vor Sumatra waren auch in Singapur und Malaysia heftig zu spüren. In Singapur wurde ein Bürohochhaus vorsichtshalber geräumt, berichtete der Sender ChannelNewsAsia. Vor Sumatra lag auch das Epizentrum des Bebens, das Weihnachten 2004 den verheerenden Tsunami im Indischen Ozean ausgelöst hatte. 230 000 Menschen kamen damals ums Leben.

dpa

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