Erste Fortschritte im Kampf gegen die Ölpest

+
Weiterhin fließen Tonnen von Öl in den Golf von Mexiko.

Washington - Hoffnung am Golf von Mexiko? Ingenieuren des BP-Konzerns sei es gelungen, durch einen Auffangtrichter über dem Leck einen Teil des ausströmenden Öls aufzufangen und auf ein Schiff abzuleiten.

Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko gibt es offiziellen Angaben zufolge erste Fortschritte. Innerhalb von 24 Stunden seien rund 620 Tonnen Rohöl abgesaugt worden, sagte Admiral Thad Allen von der US-Küstenwache am Samstag. Diese Menge hoffe man in den nächsten Tagen zu erhöhen. Die Experten wollten aber behutsam vorgehen und die Auslassventile an dem Auffangtrichter erst nach und nach schließen, um die Operation nicht zu gefährden.

Allan ging davon aus, das gegenwärtig etwa ein Drittel des austretenden Öls aufgefangen wird. Allerdings gilt es als umstrittenen, wie viel Öl tatsächlich aus der defekten Steigleitung in 1500 Meter Tiefe austritt.

Bohrinsel explodiert: Ölkatastrophe im Golf von Mexiko

Bohrinsel explodiert: Ölkatastrophe im Golf von Mexiko

Forscher der US-Geologiebehörde hatten vergangene Woche geschätzt, dass es jeden Tag bis zu 3400 Tonnen sein könnten - demnach würde derzeit lediglich rund ein Fünftel der austretenden Menge aufgefangen.

Eine endgültige Lösung ist aber erst im August in Sicht. Bis dahin will BP zwei Parallelbohrungen abgeschlossen haben. Erst dann könne das Leck in 1500 Meter Tiefe geschlossen werden.

Die Verschmutzung der US-Küste geht unterdessen weiter: Am Wochenende waren auch Touristenstrände in Florida betroffen. Dort wurden Teerklumpen an Land gespült. Es seien aber noch keine Strände geschlossen worden, berichteten US-Medien. Das wolle man erst tun, wenn die Gesundheit der Menschen in Gefahr sei.

Zugleich versucht BP, mit einer Neuorganisation im eigenen Haus den Schaden zu begrenzen: Der britische Konzern will die Bekämpfung der Ölpest in eine neu zu gründende, eigenständige Organisation auslagern.

Dort sollen alle Maßnahmen, die mit dem Unfall der Bohrinsel “Deepwater Horizon“ vor sechs Wochen zusammenhängen, gebündelt werden, kündigte BP-Chef Tony Hayward an. Durch diesen Schritt wolle es BP erreichen, dass die Geschäfte ungestört weiterlaufen können.

US-Präsident Barack Obama hat immer wieder betont, BP trage die volle Verantwortung für das Desaster und müsse dafür auch zahlen.

dpa

Zurück zur Übersicht: Welt-News

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser