Erzbischof von Neapel unter Korruptionsverdacht

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Monsignore Crescenzio Sepe im vergangenen Jahr bei der Feier zum Blutwunder des San Gennaro in Neapel.

Rom - Während die vielen Missbrauchsskandale die Kirche weiterhin belasten, ist jetzt ein Kardinal in den Sog von Ermittlungen gegen einen römischen Bauunternehmer geraten.

Die Staatsanwaltschaft von Perugia ermittle gegen den heutigen Erzbischof von Neapel, Crescenzio Sepe, wegen schwerer Korruption, berichteten italienische Medien am Sonntag. Dabei gehe es um undurchsichtige Immobiliengeschäfte, mit denen der heute 67-Jährige mindestens 2,5 Millionen Euro verdient haben soll. Passiert sein soll dies zwischen 2001 und 2006, als Sepe Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker war.

Neben dem Kardinal sind unter anderem der ehemalige Verkehrs- und Bauminister, Pietro Lunardi, sowie der römische Bauunternehmer Diego Anemone in den Korruptionsfall verwickelt. Gegen letzteren ermitteln die Behörden von Perugia schon seit Monaten. Dabei geht es millionenschwere Bauausschreibungen im Zuge des italienischen G8- Gipfels 2009. Erst Anfang Mai war der Industrieminister der Regierung von Silvio Berlusconi, Claudio Scajola, zurückgetreten unter dem Vorwurf, mit schwarzen Geldern von Anemone ein Luxus-Appartement am Kolosseum erstanden zu haben.

Der Vatikan reagierte gelassen. Er habe “volles Vertrauen“, dass sich die Situation binnen kurzer Zeit klären lasse, und “jeder Schatten sowohl von der Person als auch von der vatikanischen Institution getilgt“ werde, sagte Vatikansprecher Padre Federico Lombardi am Sonntag. Er versicherte außerdem die volle Bereitschaft des Kardinals, mit den Behörden zu kooperieren - “im Rahmen der Bestimmungen zwischen Heiligem Stuhl und italienischem Staat“.

dpa

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