Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Rentner gegen Behördenwillkür

Italiener gründet Mini-Staat auf Kreisverkehr

+
Giuseppe Dellavalle un sein neu gegründetes Fürstentum: eine Rebellion gegen den Staat.

Rom - Aus einem völlig kuriosen Grund hat ein Italiener sein eigenes Fürstentum gegründet. 68 Bürger hat es bereits. Und ein Motto: „Lass uns die Welt nicht in den Händen von Idioten lassen.“

Der italienische Rentner Pier Giuseppe Dellavalle (70) hat Europas wohl kuriosesten Mikrostaat ausgerufen: Das „Fürstentum“ von Dellavalle nördlich von Turin. Damit will er gegen Behördenwillkür demonstrieren. Kurz nach dem Jahrtausendwechsel wurde sein Haus abgerissen, um Platz für eine neue Umgehungsstraße zu machen. Dellavalle einigte sich mit der Straßenbaubehörde auf eine Entschädigung von 600.000 Euro, bekam aber nach eigenen Angaben nur 347.000. Zudem vergaß die Behörde, ihn zu enteignen. Deshalb muss er noch Steuern für ein Gebäude bezahlen, das gar nicht mehr existiert.

Dellavalle ist fest entschlossen, sein Land am Rand der norditalienischen Stadt Vercelli zurückzugewinnen. Die Behörden haben zwar versucht, ihn gerichtlich zur Räumung zu zwingen. Aber ein Richter entschied zugunsten Dellavalles und erkannte sein Besitzrecht an dem Land an. „Sie rufen mich regelmäßig an und bitten mich aufzugeben. Aber das werde ich nicht tun“, sagt Dellavalle der Deutschen Presse-Agentur.

"Lass uns die Welt nicht in den Händen von Idioten lassen"

Die „Unabhängigkeitserklärung“ von Italien in diesem Jahr war Dellavalles jüngster Trick. Sein „Fürstentum“ hat bereits 68 Menschen die Bürgerrechte gegeben. Ein offizielles Motto hat es auch: „Lass uns die Welt nicht in den Händen von Idioten lassen.“

Die nationale Straßenbaubehörde ANAS und die örtlichen Behörden in Vercelli schieben sich dabei gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Dellavalle sagt, sie haben nur zwei Möglichkeiten: Entweder müssen sie die Umgehungsstraße aufreißen und sein Haus wiederaufbauen, oder sie zahlen den Rest der Entschädigungssumme. Bis eine Lösung gefunden ist, wird das „Fürstentum“ wohl bleiben - als Insel des Widerstandes gegen die Inkompetenz der Behörden. Dellavalle meint: „Wenn man sich ansieht, wie schlecht unsere Institutionen funktionieren, könnte sogar ein Narrenstaat bessere Arbeit leisten.“

dpa

Kommentare