Flammen-Inferno vor Athen: Waldbrände bedrohen Stadt

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Ein Feuerwehrmann löscht einen brennenden Baum in einem Vorort von Athen. 

Athen - Eine Wand aus Flammen bedroht die griechische Hauptstadt Athen. Die Waldbrände erreichten die nördlichen Vororte Agios Stefanos, Gerakas und Anoixi und die vornehme Wohnsiedlung Ekali.

Eine dichte Rauchwolke breitete sich im Osten Athens bis hin nach Südpeloponnes aus. Die Rauchschwaden wehten am Sonntag bereits bis nach Nordafrika, wie Satellitenbilder zeigten. Die Feuerwehr ist immer noch machtlos. “Die Lage bleibt ernst,“ sagte ein Sprecher. Winde der Stärke sieben fachten am Abend die Flammen an. Bislang sind 20 000 Hektar Fläche verbrannt.

Waldbrände bedrohen Athen

Waldbrände bedrohen Athen

Trotz Evakuierungsbefehlen der Polizei blieben die meisten Einwohner besonders gefährdeter Dörfer in ihren Häusern, um ihr Hab und Gut gegen die Flammen zu verteidigen. “Nur durch ein Wunder haben wir bislang keine Opfer gehabt“, sagte ein Feuerwehrmann der dpa. Insgesamt waren seit Samstagmorgen mehr als 140 Waldbrände in Griechenland ausgebrochen. Vor zwei Jahren waren bei verheerenden Feuern 77 Menschen ums Leben gekommen.

Wie die Feuerwehr mitteilte, kommt immer mehr Hilfe aus dem Ausland. “Frankreich schickt morgen (Montag) weitere zwei Löschflugzeuge“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr am Sonntagabend. Italien und Frankreich hatten insgesamt bereits vier Maschinen geschickt. Zypern setzte 60 Feuerwehrleute und einen Löschhubschrauber in Marsch. Im Einsatz waren am Sonntagabend insgesamt 15 Löschflugzeuge und neun Hubschrauber.

Anwohner löschen mit Eimern 

Viele Einwohner versuchten vergeblich, mit Wasserschläuchen und Eimern die Flammen einzudämmen. “Es wird wohl nach Einbruch der Dunkelheit, wenn die Hilfe aus der Luft nicht kommt, eine weitere Inferno-Nacht werden“, sagte ein Einwohner aus der Vorstadt Dionyssos am Telefon. Mehrere Menschen wurden mit Atemwegsbeschwerden und leichten Verbrennungen in Krankenhäuser gebracht.

Wegen der Großbrände im Norden Athens hat die griechische Polizei am Sonntag alle einheimischen Urlauber aufgerufen, möglichst nicht in die Hauptstadt zurückzukehren. Wenn sie es einrichten könnten, sollten sie an ihren Urlaubsorten bleiben. Am Sonntagabend wurde eine Rückkehrerwelle aus dem Urlaub nach Athen erwartet. Die Zufahrtsstraßen sollten für Löschfahrzeuge und die Fahrzeuge der Behörden frei bleiben. Das Innenministerium genehmigte allen Beamten eine eintägige Verlängerung ihres Urlaubs, berichtete das Staatsfernsehen weiter. Auch Fußballspiele fielen aus.

Über 20 000 Hektar Wald verbrannt

Unterdessen gab es neue Schätzungen zu den Schäden: “Es sind bislang mehr als 20 000 Hektar Wald, Buschland und landwirtschaftlich genutztes Land verbrannt“, sagte der Präfekt von Athen, Giannis Sgouros, am Sonntagabend im Fernsehen. Die Feuerfronten dehnen sich vom Osten bis zum Norden Athens aus und haben Schätzungen von Medien zufolge eine Länge von mehr als 40 Kilometern. Hinter und vor der Feuerfront flammen immer wieder neue Brände auf.

Die Großbrände im Norden Athens haben bislang den Verkehr im Flughafen der griechischen Hauptstadt “Eleftherios Venizelos“ nicht beeinträchtigt. Alle Flüge hätten bislang normal stattgefunden, teilte eine Sprecherin des Flughafens mit. Der Flughafen liegt etwa 15 Kilometer südlich der von den Bränden betroffenen Region.

Wegen der dramatischen Lage war am Samstag für die gesamte Region nördlich der Hauptstadt der Notstand ausgerufen worden. Zu den Ursachen der Brände lagen keine Angaben vor. Es wird jedoch Brandstiftung vermutet. Zudem soll ein kleiner Waldbrand nahe der Ortschaft Grammatiko im Nordwesten Athens am Samstagmorgen zunächst unterschätzt worden sein. “Als starke Winde kamen, war es zu spät“, sagte ein Einwohner von Grammatiko.

dpa

Zurück zur Übersicht: Welt-News

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser