Forscher entzifferten "Ötzis" Erbgut

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Forscher haben jetzt das Erbgut der Gletschermumie entziffert.

Bozen/Tübingen - Forscher aus Deutschland und Italien haben das Erbgut der Gletschermumie “Ötzi“ entziffert. Jetzt erhoffen sich die Experten mehr Erkenntisse über das Leben vor mehr als 5000 Jahren.

Wie die Wissenschaftler am Dienstag bekanntgaben, entnahmen sie dem etwa 5300 Jahre alten Eismann eine Knochenprobe und lösten die Erbsubstanz DNA heraus. Diese wurde dann mit einem schnellen Sequenzautomaten gelesen. Die Interpretation der genetischen Daten steht noch aus.

Diese Daten sollen zum 20. Jahrestag der Entdeckung der Mumie im Jahr 2011 präsentiert werden. Dabei geht es auch um die Frage, ob der Eismann heute noch Nachkommen hat, und wenn ja, wo diese leben.

“Wir haben 95 Prozent der DNA gelesen“, sagte Carsten Pusch vom Institut für Humangenetik der Universität Tübingen der Nachrichtenagentur dpa. Die übrigen 5 Prozent enthalten keine Gene und können mit der bestehenden Technik nur sehr schwer gelesen werden - ein Problem, das für menschliche DNA immer gilt. Pusch sprach mit Blick auf die Daten von einer ersten Fassung, die in den nächsten Monaten verbessert und ergänzt werden soll.

An der Untersuchung beteiligt sind außer den Uni Tübingen Experten um Albert Zink, Leiter des Instituts für Mumien und den Gletschermann an der Europäischen Akademie Bozen (EURAC), und der Bioinformatiker Andreas Keller vom Biotechnologie-Unternehmen febit in Heidelberg.

Der Gletschermann war im Alter von etwa 46 Jahren zu Tode gekommen. Er wurde von einem Pfeil getroffen und dann vermutlich mit einem Keulenschlag getötet. Seine Leiche wurde 1991 beim Tisenjoch in den Ötztaler Alpen nahe der österreichisch-italienischen Grenze gefunden. “Ötzi“ wird seit 1998 im Südtiroler Archäologiemuseum in Bozen ausgestellt. Die bei ihm gefundenen Gegenstände und seine Kleidung geben einen tiefen Einblick in das Leben der Menschen vor mehr als 5000 Jahren.

dpa

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