Frauenmorde in Kufstein und Endingen 

Polizei bestätigt: Verdächtiger im Mordfall Lucile K. gefasst

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Die ermordete Lucile (links) und das Phantombild, das die Polizei im Januar veröffentlichte. 
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Freiburg/Kufstein - Ein Lastwagenfahrer soll die 27-jährige Joggerin aus Endingen bei Freiburg und die Studentin Lucile K. in Kufstein getötet haben. Der 40 Jahre alte Rumäne sei am Freitag festgenommen worden, wie die Polizei mitteilte. Er bestreitet offenbar die Tat.

UPDATE, 15.56 Uhr:

Im Fall der Anfang November bei Freiburg vergewaltigten und getöteten 27-jährigen Joggerin Carolin G. und der im Januar 2014 in Kufstein vergewaltigten und umgebrachten französischen Studentin Lucile K. (20) hat die Polizei einen Verdächtigen gefasst. Bei dem mutmaßlichen Täter handelt es sich um einen 40-jährigen Fernfahrer rumänischer Staatsangehörigkeit, wie die Freiburger Staatsanwaltschaft am Samstag mitteilte. Laut Focus.de bestreitet der Mann die Tat. Er sitze in Untersuchungshaft.

Der Abgleich von Körperspuren von beiden Tatorten hatte bei den Ermittlungen ergeben, dass es sich um ein und denselben Täter handeln muss - aber nicht, wer es ist. In beiden Fällen wurden die Opfer laut Polizei sexuell missbraucht und mit einer Eisenstange erschlagen. Weil bei der Tat in Österreich eine spezielle Eisenstange verwendet worden war, die in Lastwagen zum Einsatz kommt, hatten sich die Ermittler schon recht früh auf diese Branche konzentriert - allerdings lange ohne Erfolg.

Im April hatten die Ermittler der Sonderkommission "Erle" ein Phantombild eines Mannes veröffentlicht. Die Zeichnung wurde nach der Aussage einer Zeugin erstellt, die den Unbekannten am Tag des Mordes in der Nähe des Tatorts gesehen hatte.

An beiden Orten wurden identische Körperspuren gefunden. Beide Opfer waren den Angaben zufolge sexuell missbraucht und erschlagen worden.

dpa

UPDATE, Samstag, 9.25 Uhr:

Schon bald nachdem vor sieben Monaten die Leiche einer 27-jährigen Joggerin bei Freiburg entdeckt worden war, vermuteten die Ermittler einen Mehrfachtäter. Denn am Tatort wurden Körperspuren gesichert, die identisch sind mit jenen bei einem ungeklärten Sexualmord im rund 400 Kilometer entfernten Kufstein.

In beiden Fällen wurden die Opfer laut Polizei sexuell missbraucht und vermutlich mit einer Eisenstange erschlagen. Beide Taten ereigneten sich an einem Sonntag. Nun ist ein Verdächtiger gefasst. Laut "Bild" handelt es sich um einen Fernfahrer, der im Raum Freiburg arbeitet. Nähere Informationen will die Freiburger Polizei am Samstag (15 Uhr) in einer Pressekonferenz in Endingen mitteilen.

Die Ermittler der Sonderkommission "Erle" hatten im April ein Phantombild eines Mannes veröffentlicht. Die Zeichnung wurde nach der Aussage einer Zeugin erstellt. Die Frau hatte den Unbekannten am Tag des Mordes in der Nähe des Tatorts gesehen. Dieser Mann soll Anfang November 2016 die 27-Jährige sowie im Januar 2014 in Kufstein in Österreich eine 20 Jahre alte französische Austauschstudentin aus Lyon ermordet haben.

Nach dem Mord in Österreich hatten die dortigen Ermittler bereits mit einem Phantombild nach dem Täter gesucht. Die deutsche Polizei hatte dieses Bild jedoch nicht für ihre öffentliche Fahndung verwendet, weil es schon älter und zu ungenau war. Seit dem Mord in Endingen verfolgte die Polizei mehr als 3300 Hinweise. Eine konkrete Spur zum Täter ergab sich nie.

Erst am Donnerstag hatte die Polizei gemeldet, dass sie ihre Sonderkommission in eine kleinere Ermittlungsgruppe umgewandelt hat. Nach zuletzt 20 Beamten arbeiteten jetzt noch zehn Polizisten an dem Fall. "Den Ermittlern ist es in den zurückliegenden Monaten zwar gelungen, einen konkreten Tatzusammenhang zwischen den beiden Tötungsdelikten in Kufstein und Endingen herzustellen - allerdings besteht derzeit kein dringender Tatverdacht gegen eine bestimmte Person", hatte es in der Pressemitteilung vom Donnerstag geheißen. Kurz danach gelang offensichtlich die Festnahme.

dpa

Die Erstmeldung:

Wie die BILD-Zeitung berichtet, wurde im Raum Freiburg ein rumänischstämmiger Fernfahrer festgenommen. Er soll der zweifache Frauenmörder sein! 

Auch der Mörder der Joggerin Carolin G. wäre damit gefasst. 

Neue Bewegung kam im Januar in den Fall, als die Ermittler eine Verbindung zwischen dem Mord an der Joggerin Carolin G. (27) in Endingen (Baden-Württemberg) und der Tat in Kufstein feststellten. Neben Parallelen in der Tatausübung, wurde außerdem eine übereinstimmende männliche DNA-Spur gefunden. Die 27-Jährige wurde im November 2016 getötet. Auch ein neues Phantombild wurde daraufhin von der Polizei veröffentlicht (siehe oben).

Lkw-Fahrer im Visier der Ermittler

Auf Grund der großen Entfernung zwischen den Tatorten hielt die Polizei es für möglich, dass der Frauenmörder beruflich als Lkw-Fahrer unterwegs ist. Außerdem ereigneten sich beide Morde an Wochenenden, so dass der Mann möglicherweise durch das Fahrverbot für Lastwagen aufgehalten wurde. Zudem befinden sich beide Tatorte in der Nähe von Lkw-Parkplätzen. 

Lucile wurde in der Nacht auf den 12. Januar am Kufsteiner Inn-Ufer mit einer Eisenstange erschlagen. Erst in diesem Jahr wurde bekannt, dass auch in diesem Fall von einem Sexualdelikt auszugehen ist. 

Sollte der richtige Täter tatsächlich nun festgenommen worden sein, dürften die Ermittler aufatmen. Tirols LKA-Chef Walter Pupp geht davon aus, dass der Frauenmörder ein "sehr gefährlicher und mobiler Wiederholungstäter" ist. 

Zuletzt berichteten wir im Mai über den Fall in unserer Kriminalserie "Tatort24"

Aus unserem Archiv: Der Tatort in Kufstein

Leichenfund in Kufstein

Spurensuche in Kufstein

Quelle: rosenheim24.de

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