Libyen: Diktator Gaddafi will kämpfen bis zum Tod

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Libyens Machthaber Muammar al Gaddafi hat  in einer TV-Rede angekündigt, er werde “bis zum Tod“ kämpfen.

Tripolis - Libyens Machthaber Muammar al Gaddafi gibt sich weiter kämpferisch. Am Dienstag kündigte er in einer Rede im nationalen Fernsehen an, er werde “bis zum Tod“ kämpfen.

In der überraschenden Ausstrahlung sagte er weiter, er werde nicht in die Knie gehen und kapitulieren. Bis kurz vor der Ansprache hatte die NATO mehr als 30 schwere Luftangriffe gegen die libysche Hauptstadt Tripolis geflogen.

Gaddafis Tochter Aischa reichte am Dienstag in Paris und Brüssel Klage wegen Mordes an vier ihrer Verwandten bei einem NATO-Luftangriff auf Tripolis ein. Ihre Anwälte sagten, die Anklageschrift benenne keinen Verdächtigen direkt. Ein Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft in Brüssel sagte der Nachrichtenagentur AP am Dienstag jedoch, der Text ziele auf das in Brüssel ansässige nordatlantische Bündnis ab. Es werde geprüft, ob der Fall zur Verhandlung angenommen werde.

Der libysche Arbeitsminister Al Amin Manfur setzte sich nach Angaben eines Diplomaten der Opposition unterdessen ab. Der Rebellenvertreter Adel Schaltut sagte am Dienstag, Manfur sei auf dem Weg in die Stadt Bengasi. Der Politiker war zuletzt als Gesandter Libyens zu einer jährlichen Sitzung der Internationalen Arbeitsorganisation der Vereinten Nationen (ILO) nach Genf gereist.

NATO macht Druck

Die NATO verstärkt den militärischen Druck auf das libysche Regime Am Dienstag wurden die Luftangriffe auf Tripolis verstärkt und auf die Tagesstunden ausgeweitet. Die Militärallianz begann gegen 11.30 Uhr (Ortszeit) mit einer Serie von fast 30 Angriffen tief fliegender Flugzeuge.

Einige hätten vermutlich auf eine Militärkaserne unweit des Anwesens von Machthaber Muammar al Gaddafi abgezielt, erklärte der libysche Regierungssprecher Mussa Ibrahim. Andere Bomben hätten das Anwesen selbst getroffen und stellenweise schwer beschädigt, berichtete das libysche Fernsehen. Die libyschen Regierungstruppen schossen mit Flugabwehrkanonen.

Die NATO hatte bereits vor einigen Tagen angekündigt, ihre Militäraktionen gegen das Regime Gaddafis intensivieren zu wollen. So hatte das Bündnis bereits im Laufe des Montags die Frequenz ihrer Angriffe deutlich erhöht und alleine am Abend mindestens zehn Angriffe auf Ziele in der Umgebung der Hauptstadt geflogen. Flugzeuge der Royal Air Force hätten bei ihren Einsätzen am Montagabend Hauptquartiere von Gaddafis Militärgeheimdienst getroffen, sagte der britische Generalmajor Nick Pope.

Russische Delegation trifft libysche Opposition

Eine russische Delegation traf unterdessen mit dem Übergangsrat der libyschen Opposition in Bengasi zusammen. Dort erklärte der russische Sondergesandte für Afrika, Michail Margelow, am Dienstag, dass Gaddafi zwar jegliche Legitimität verloren, die Luftangriffe der NATO jedoch keine Lösung der festgefahrenen Situation in Libyen bringen könnten. “Je länger das Blutvergießen andauert, desto schwieriger wird es sein, nach dem Bürgerkrieg einen nationalen Versöhnungsprozess einzuleiten“, sagte er vor Journalisten.

Wie die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete, reiste Margelow von Bengasi nach Kairo weiter. Dem Bericht zufolge unterstützen die libyschen Rebellen Vermittlungsbemühungen Moskaus in dem Konflikt.

Libyscher Außenminister reist nach China

Der libysche Außenminister Abdul Ati al Obeidi wird nach Angaben der chinesischen Regierung in dieser Woche Peking besuchen. Obeidi werde von Dienstag bis Donnerstag nach China kommen, sagte Außenministeriumssprecher Hong Lei. Erst am Freitag hatte Peking mitgeteilt, dass ein Gesandter mit einem Anführer der libyschen Rebellen zusammengetroffen war.

China war neben Russland und Deutschland eines von fünf Ländern, die sich bei der Abstimmung über eine UN-Resolution gegen Libyen im März der Stimme enthalten hatten. Zudem hat Peking hat die NATO-Bombenangriffe zur Unterstützung der Rebellen zuletzt wiederholt kritisiert.

Von Diaa Hadid

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