Explosiver Fund in Scheune

Granaten-Fund: Chronologie der Ereignisse

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So hat die Polizei in der vergangenen Woche die Waffen im Wohnhaus des Verdächtigen aufgefunden.
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Golling - Im Salzburger Land, nahe der deutsch-österreichischen Grenze, hat die Polizei zwei Lager mit explosivem Kriegsmaterial entdeckt. *Neue Bilder*

Wie österreichische Medien berichten, sind am Dienstag im österreichischen Golling 40 bis 50 Kisten mit Granaten gefunden worden, die in einer Scheune lagerten. Die Granaten seien scharf und hätten eine Länge von bis zu 50 Zentimetern bei einer Breite von bis zu zehn Zentimetern.

Die österreichische Polizei bringt den Fund mit einer Explosion in der vergangenen Woche in Verbindung. In einem Wohnhaus in Golling war am Donnerstag eine Granate detoniert, als ein Mann sie selbst entschärfen wollte. Der Gollinger hatte dabei schwere Verbrennungen erlitten.

Er hat einen Handel mit Militaria betrieben und hatte auch im Wohnhaus große Mengen an Kriegsmaterial aus den Weltkriegen gehortet. Laut salzburg24.at sagte der Leiter des Landesamtes Verfassungsschutz, Hermann Rechberger, das Haus hätte in die Luft fliegen können. Laut Informationen der Presse-Agentur Aktivnews hat die Polizei bereits vom größten Waffenfund der österreichischen Nachkriegsgeschichte gesprochen. Bei einer Pressekonferenz am Montag wurden Bilder der Waffen aus dem Wohnahus in Golling gezeigt.

Bilder aus dem Wohnhaus in Golling

Explosive Kriegswaffen in Golling gefunden

Die Granaten konnten noch nicht aus der Scheune abtransportiert werden. Denn der Entschärfungsdienst hatte die Räumung der riesigen Mengen scharfen Kriegsgeräts aus dem Wohnhaus am Dienstag noch nicht abgeschlossen.

Die Polizei hat eine Chronik der Ereignisse seit dem ersten Waffenfund veröffentlicht. So sieht der Verlauf der Ermittlungen aus:

Donnerstag, 16. Januar

- 13.45 Uhr: Explosion im Keller eines Wohnhauses in Golling; vermutliche Ursache: Fehlverhalten beim Delaborieren (Unbrauchbarmachen) eines Sprengstoffes bzw. einer Granate – Eine Person schwer verletzt und zur Erstversorgung in das LKH Salzburg geflogen.

- Erste Angaben noch durch diese Person gegenüber den Rettungskräften: Entzünden von Phosphor und in der Folge Explosion von Schwarzpulver.

- Maßnahmen: Absicherung des Tatortes durch Sprengstoffkundige Organe (SKO) der Landespolizeidirektion, Bearbeitung durch Entminungs- u. Entschärfungsdienstes des Bundesministeriums für Inneres und des Bundesministeriums für Landesverteidigung.

- Aufgrund der einbrechenden Dunkelheit und der Situation am Tatort (überfüllte Kellerräume u. Garagen) wurde der Beginn der aktiven Tatortarbeit auf den nächsten Morgen angesetzt.

- Platzverbot durch die Bezirkshauptmannschaft Hallein, Verhängung eines vorläufigen Waffenverbotes, Sicherstellung einer Waffenbesitzkarte sowie genehmigungspflichtiger Schusswaffen und Munition

Freitag, 17. Januar

- Erste Ergebnisse im Zuge der Tatortarbeit seitens des Entminungs- u. Entschärfungsdienstes: vermutlich ist beim Delaborieren einer 13-Millimeter-Granate Phosphor ausgetreten, weshalb es durch Einwirkung von Luft zur Explosion kam. Am unmittelbaren Tatort (Keller) wurde dabei zahlreiches (scharfes) Kriegsmaterial vorgefunden (diverse Granaten) und ergab eine weitere Sichtung der Kellerräume, dass dort weiteres (scharfes) Kriegsmaterial im Tonnen-Bereich vorhanden ist.

- Weitere Durchsuchung der Wohnräumlichkeiten durch Entschärfungs- u. Entminungsdienst (ESD) nach gerichtlicher Bewilligung.

- Anordnung einer Hausdurchsuchung durch Staatsanwaltaschaft Salzburg.

- Die ersten Ergebnisse der Durchsuchung ergaben, dass vermutlich in sämtlichen Räumlichkeiten des Hauswesens Sicherstellungen erfolgen werden.

- Tatortarbeit dauert an.

- Befragung des Beschuldigten wurde nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt bis dato nicht vorgenommen, am Nachmittag des 21.01.2014 erfolgt erster Gesprächsversuch (noch keine Einvernahme).

Dienstag, 21. Januar

- Weiterer Fund von Kriegsmaterial in großer Stückzahl in einer Scheune im Ortsgebiet von Golling. Diese Scheune ist auf Grund bisheriger Ermittlungsergebnisse dem Beschuldigten zuzurechnen.

Vorgangsweise des Landesamtes Verfassungsschutz

- Auswertung der Tatortarbeit

- Auswertung der Ergebnisse Entschärfungs- und Entminungsdienst

- Ermittlungsverfahren hinsichtlich Delikten nach dem Kriegsmaterialgesetz und Gefährdungsdelikten nach dem Strafgesetzbuch sowie zu allfälligen Mit- oder Beitragstätern (derzeit konkret ein Tatverdächtigter bzw. Beschuldigter nach der StPO) – nach derzeitigem Ermittlungsstand ist davon auszugehen, dass der Beschuldigte die nach dem Kriegsmaterialgesetz verbotenen, scharfen Geschosse bzw. Granaten durch eigenes Handeln in seinen Besitz gebracht, in der Folge unbrauchbar gemacht und dann als nicht mehr verbotene Gegenstände weiter verkauft hat (zu einem großen Teil auch über Internetplattformen). Ob scharfe Geschosse in Umlauf gebracht wurden, kann derzeit seriös nicht beantwortet werden. Dieses Vorgehen erfolgte in großem Maßstab, davon zeugen auch unzählige Luftpolsterkuverts, die für den Versand der Patronen vorgesehen waren.

Quelle: rosenheim24.de

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