Gottesdienste mit Papst kosten Eintritt

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Papst Benedikt

London - Das gab es wohl noch nie: Die katholische Kirche in Großbritannien verlangt eine Art Eintrittsgebühr für Gottesdienste mit Papst Benedikt XVI. Dabei werden bis zu 30 Euro fällig. Der Vatikan spricht von Spenden.

Wenn Benedikt im September die Insel besucht, ist das nicht nur für die britischen Steuerzahler, sondern auch die Kirche teuer. Einen Teil der Kosten sollen nun die Besucher der öffentlichen Auftritte tragen. Kirchenvertretern zufolge sollen Pilger für die Teilnahme an der Seligsprechung von Kardinal John Henry Newman in Birmingham am 19. September umgerechnet knapp 30 Euro bezahlen. Der Eintritt zu einer Gebetswache im Londoner Hyde Park am Tag zuvor ist mit zwölf Euro schon etwas günstiger. Auch eine Messe im Glasgower Bellahouston am 16. September soll eintrittspflichtig werden. Der Bischof der Diözese rief die Pfarrgemeinden bereits zum Spendensammeln auf, um die Kosten des Auftritts von 1,2 Millionen Euro zu decken.

Vatikan spricht von Spenden

Bereits Mitte Juli hatte die katholische Kirche in England einige Details der geplanten Gebührenerhebung bekanntgegeben. Allerdings handelt es sich laut Vatikansprecher Federico Lombardi nicht um Eintrittsgelder, sondern um Spenden. Wer nicht zahlen könne, müsse dies auch nicht tun, sagte Lombardi am Mittwoch. Vertretern der katholischen Kirche in England zufolge sind allerdings keine Einzelpersonen zu den Papstauftritten zugelassen. Wer teilzunehmen wünsche, müsse sich einer Pfarrgruppe anschließen und mit dieser anreisen.

Alle Pilger seien aufgefordert, einen Beitrag zur Pilgerreise zu zahlen, erklärte das Catholic Communications Network, die Medienabteilung der Bischofskonferenz von England und Wales, am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur AP. Für die Seligsprechung in Birmingham seien das 30, für die Gebetswache im Hyde Park 12 Euro. Darin enthalten seien ein Pilgerpaket und der Bustransport in Birmingham beziehungsweise ein Ticket für die öffentlichen Verkehrsmittel im Londoner Innenstadtbereich. Eine Tageskarte kostet dort allerdings nur umgerechnet 8,60 Euro, außerhalb der Stoßzeiten sogar mit 6,70 Euro noch weniger.

Tausende Unterschriften gegen Papstbesuch gesammelt

Für beide Auftritte werden insgesamt 200.000 Tickets ausgegeben. Sollten die Veranstaltungen ausverkauft sein, verdient die katholische Kirche in England 3,4 Millionen Euro. Britische Steuerzahler sind über den viertägigen Staatsbesuch des Papstes, der noch von der Labour-Regierung von Premierminister Gordon Brown eingeladen wurde, empört - und das nicht nur wegen des Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche. Die Visite sei mit schätzungsweise 14,4 Millionen Euro angesichts der schlechten Wirtschaftslage einfach zu teuer. An einer Unterschriftensammlung gegen den Papstbesuch beteiligten sich Tausende Briten.

dapd

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