Haft für die Eltern des "Balloon Boys"

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Richard und Mayumi Heene verlassen das Gericht in Fort Collins (US-Staat Colorado). Der Vater des "Balloon Boys" muss 90 Tage in den Knast, die Mutter 20 Tage.

Fort Collins - Weil sie die Nation mit einer Falschmeldung über einen mit ihrem kleinen Sohn entschwebten Heißluftballon in Aufregung versetzten, müssen die Eltern des Jungen ins Gefängnis.

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Ein Richter in Fort Collins im US-Staat Colorado verurteilte am Mittwoch den Vater zu 90 und die Mutter zu 20 Tagen Haft. Die Mutter muss ihre Strafe nach dem Vater absitzen, entschied das Gericht. Ganz Amerika hatte sich im Oktober um das Schicksal des Sechsjährigen gesorgt, nachdem seine Eltern glauben machten, er treibe in einem selbst gebauten Ballon über Land. Rund vier Stunden lang wurde um den Jungen gebangt, während die US-Fernsehsender live über die laufende Rettungsaktion berichteten. Dann stellte sich heraus, dass der Ballon ohne das Kind weggeflogen war. Ein Bruder hatte gesagt, der Sechsjährige sei an Bord des Ballons. Dabei war das Kind während der ganzen Aktion im Anwesen der Eltern oder dessen Nähe. Die Eltern inszenierten offensichtlich den Ballonflug, um Werbung für eine Reality-Show zu machen, in der sie auftraten.

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Richter Stephen Schapanski sprach von einer von den Eltern ausgeklügelten Falschmeldung. Vater Richard Heene muss seine Strafe erst nach den Weihnachtstagen antreten; 30 Tage muss er absitzen, 60 Tage als Arbeitseinsatz absolvieren - auf diese Weise kann er Verpflichtungen als Bauunternehmer erfüllen. Mutter Mayumi muss danach ins Gefängnis. Beide hatten sich vor Gericht schuldig bekannt und ihre Tat bereut. Schapanski stellte sie für vier Jahre unter Bewährung und entschied weiter, dass sie in dieser Zeit von dem Bluff keine Einnahmen in Form von Buch-, Fernseh-, Film- oder anderen Geschäften haben dürfen.

AP

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