Kekse und Cola: Mann überlebt elf Tage unter Trümmern

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“Gott hat mich in seinen Armen geborgen“, sagte Wismond Exantus nach seiner Rettung. “Er hat mir Kraft gegeben.“

Port-au-Prince - Elf Tage nach dem Erdbeben auf Haiti ist ein junger Mann aus den Trümmern gerettet worden. Wismond Exantus wurde aus einem eingestürzten Lebensmittelladen geborgen.

Die Helfer legten ihn auf eine Bahre und versorgten ihn intravenös. “Ich hatte Hunger“, sagte Wismond Exantus im Krankenhausbett. “Aber jeden Abend dachte ich an die Offenbarung, dass ich leben würde.“ Beim Erdbeben habe er unter einem Tisch Zuflucht gesucht. In diesem beengten Raum habe er die ganze Zeit auf dem Rücken liegend ausgeharrt und mit Hilfe von Cola, Bier und Keksen überlebt. “Gott hat mich in seinen Armen geborgen“, sagte Exantus. “Er hat mir Kraft gegeben.“

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Exantus arbeitete nach Angaben eines Bruders an der Kasse eines Lebensmittelgeschäfts im Erdgeschoss des Hotels Napoli. Die Angehörigen drängten die Einsatzkräfte immer wieder, nach ihm zu suchen. Kurz vor der Rettung hatten die Behörden in Haiti die Suche nach Überlebenden offiziell für beendet erklärt. Mehrere Rettungsteams setzten ihre Arbeit dennoch fort. Bei dem Erdstoß der Stärke 7,0 kamen am 12. Januar schätzungsweise 200.000 Menschen ums Leben. Aus den Trümmern zahlloser Gebäude wurden 133 Verschüttete lebend geborgen.

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Insgesamt konnten die Rettungskräfte 133 Menschen lebend aus zerstörten Gebäuden ziehen. Alle Menschen, die eine Möglichkeit hätten, die zerstörte Hauptstadt Port-au-Prince zu verlassen, wurden aufgefordert, das möglichst bald zu tun. Die Vereinten Nationen schätzten, dass etwa eine Million Überlebende aufs Land fliehen werden. Dank der internationalen Hilfsaktionen und der unermüdlichen Arbeit tausender Helfer konnte das Leiden der bis zu drei Millionen Überlebenden etwas gelindert werden. Erstmals machten auch wieder Geldtransfer-Firmen und Banken sowie Restaurants oder ein scharf bewachter Supermarkt auf. Nach Angaben des UN-Büros zur Nothilfe- Koordinierung in New York (OCHA) sind auch 30 Prozent der Tankstellen wieder in Betrieb.

Konferenz in Montréal

Als Vorbereitung einer geplanten Geberkonferenz für den Wiederaufbau Haitis wollen ab diesem Sonntag mehr als 20 Länder im kanadischen Montréal diskutieren. Zu dem Krisentreffen reisen unter anderem US-Außenministerin Hillary Clinton, ihr französischer Kollege Bernard Kouchner und Vertreter der Vereinten Nationen, internationaler Finanzinstitutionen sowie 21 weiterer Staaten an.

apn/dpa

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