Hochwasser in Breslau immer schlimmer 

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Menschen im überschwemmten Breslau auf einem Motorboot.

Warschau - Trotz Anstrengungen hunderter Feuerwehrleute und Soldaten hat sich die Hochwasserlage in der Breslauer Siedlung Kozanow nach einem Deichbruch an der Oder weiter verschärft.

Unter Wasser stand am Samstagabend ein Gebiet von 80 Hektar mit vielen mehrstöckigen Wohnblocks und Einfamilienhäusern. Straßen und Häuser bis zu einer Höhe von 1,5 Metern seien überflutet, es gebe keinen elektrischen Strom, meldete die Nachrichtenagentur PAP.

Am Nachmittag hatten die Wassermassen einen provisorischen Deich aus Sandsäcken an zwei Stellen durchbrochen. Die Rettungskräfte versuchten nun, eine Sperre aus Beton zu errichten. Verteidigungsminister Bogdan Klich schickte zwei Militärhubschrauber in die Krisenregion. Durch die Hauptstadt von Niederschlesien fließt seit dem Morgen der Hochwasserscheitel der Oder.

Die meisten Menschen wollten die Siedlung Kozanow nicht verlassen, sondern halfen beim Kampf gegen die Flutwelle mit. Kozanow im Nordwesten Breslaus hatte bereits während der Jahrhundertflut 1997 schwer gelitten. Trotzdem wurden später auf diesem Gebiet weitere Häuser errichtet.

Auch an der Weichsel südlich von Warschau hatte es am Freitagabend Deichbrüche gegeben. Hunderte Menschen mussten auch am Samstag evakuiert werden. Die Feuerwehr setzte Hubschrauber ein, um durch Wassermassen eingekreiste Menschen zu retten. In Warschau selbst blieb dagegen am Nachmittag die Lage unter Kontrolle. Der Pegelstand der Weichsel, der im Tagesverlauf 7,79 Meter erreicht hat, stieg am Abend nicht mehr. Weil der Scheitel der Flutwelle besonders lang ist und erst am Dienstag Warschau verlassen soll, befürchten die Stadtbehörden ein Durchsickern des Wassers durch schwammig gewordene Deiche. Bürgermeisterin Hanna Gronkiewicz-Waltz ordnete daher am Montag die Schließung der Schulen und Kindergärten in besonders bedrohten Stadtteilen an.

dpa

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