Hollywood in Stockholm: Geldräuber vor Gericht

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Stockholm - Geldraub wie in Hollywood: Zehn Männer kommen in Stockholm vor Gericht, weil sie per Hubschrauber eine Geldzentrale ausgeraubt haben sollen. Sehr raffiniert, brutal und erfolgreich.

Vier Millionen Euro sind wie vom Erdboden verschluckt - und einige Drahtzieher auch. 

 Ob das als Drehbuch in Hollywood durchgehen würde? Die Gangster landen mit einem gestohlenen Hubschrauber auf dem Dach der Geldzentrale. Drei schwer bewaffnete Männer seilen sich durch das verglaste Pyramidendach ins Innere ab. Sie nehmen 21 Wachleute als Geiseln und sprengen den Weg in die Gelddepots frei. Ihre Beute hievt der Hubschrauber-Pilot hoch, während die Polizei vor dem Depot tatenlos zuschaut. Sie muss auf Antiterror-Spezialisten warten. Der einzige Polizei-Helikopter ist durch eine Bombenattrappe “unschädlich“ gemacht, die Helfer der Räuber auf dem Stellplatz platziert hatten.

Zu ihnen gehören die wahrscheinlichen Drahtzieher aus Serbien. Neben der Beute sind auch zwei der drei Männer, die in die Geldzentrale eingedrungen waren, wie vom Erdboden verschluckt. Dabei hatte die serbische Polizei ihren schwedischen Kollegen schon Wochen vor dem Raub ziemlich klare Hinweise gegeben, was im Busche war. Seltsamerweise wurden aber alle vorbeugenden Maßnahmen kurz vor dem entscheidenden Datum wieder abgeblasen.

Der Pilot kommt jetzt vor Gericht mit neun anderen Verdächtigen aus aller Herrenländer. In der Anklageschrift sind schwedische und osteuropäische Namen sowie ein südamerikanischer und ein syrischer Name zu lesen.

Die Polizei findet nicht, dass die Gruppe Sympathie für ihren raffinierten Einsatz verdient hat. “Sie haben das Leben des Wachpersonals bei ihren Sprengaktivitäten im Gelddepot völlig rücksichtslos aufs Spiel gesetzt“, meinte ein Kriposprecher. Körperlich verletzt wurde aber niemand.

Überheblichkeit kam dazu: Der mutmaßlich als Pilot beteiligte Schwede hatte die Nerven, nach der Landung des Hubschraubers, der dann gefunden wurde, zu einem nahe gelegenen McDonald's zu gehen. Das Video der Überwachungskamera zeigt, wie er seelenruhig einen Hamburger bestellt - und das ist wohl nicht so gut für die Bemühungen um ein Alibi. Dumme Fehler nach einem scheinbar brillanten Coup gehören in Stockholm offenbar genauso zur Gangstergeschichte wie in Hollywood.

dpa

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