Honduras nach dem Putsch: Ein Land - zwei Präsidenten

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Der Präsident von Honduras, Manuel Zelaya (l.), und der Präsident von Nicaragua Daniel Ortega.

Tegucigalpa - Auch einen Tag nach dem Militärputsch in Honduras bleibt die Lage unklar.

Der nach dem Sturz des linksgerichteten Präsidenten Manuel Zelaya vom Parlament eingesetzte Interims-Staatschef Roberto Micheletti begann am Sonntagabend mit der Bildung einer neuen Regierung. Zugleich traf Zelaya in Nicaragua ein, um dort als offizieller Vertreter seines Landes an einer Dringlichkeitssitzung des linken Staatenbündnisses Alba zur Lage in Honduras teilzunehmen.

Zelaya wurde am Flughafen mit großer Herzlichkeit von den Präsidenten Nicaraguas , Venezuelas und Ecuadors, Daniel Ortega , Hugo Chávez, und Rafael Correa empfangen. Sie alle wie auch US-Präsident Barack Obama hatten den Sturz eines gewählten Präsidenten verurteilt.

Micheletti ordnete unterdessen eine zweitägige Ausgangssperre in der Hauptstadt Tegucigalpa an, um den Ausbruch von Unruhen zu verhindern. Dort hatten Tausende von Anhängern Zelayas protestiert und dessen Rückkehr an die Macht gefordert. Im Rahmen seiner Kabinettsbildung ernannte Micheletti den Juristen Enrique Ortiz Colíndes als neuen Außenminister.

In Süd- und Mittelamerika wurde die Absetzung des Präsidenten von Argentinien bis Mexiko fast einhellig verurteilt und dessen Wiedereinsetzung verlangt. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die Festnahme Zelayas und setzte sich für eine Unterstützung der demokratischen Institutionen in Honduras ein. Micheletti wies die internationale Kritik an der Absetzung Zelayas zurück.

“In Honduras hat es keinen Staatsstreich gegeben, sondern eine Nachfolge in der Präsidentschaft“, sagte er bei seiner ersten Pressekonferenz. Er werde bald mit der internationalen Staatengemeinschaft Kontakt aufnehmen, um eine Isolation seines Landes zu vermeiden.

Er werde darum bitten, dass die Souveränität von Honduras respektiert werde. Das honduranische Militär hatte Zelaya entmachtet, nachdem ihm im Land vorgeworfen worden war, er habe mit dem Festhalten an einem umstrittenen Referendum gegen die Verfassung verstoßen. Unter anderem wollte Zelaya mit dem Referendum den Weg für eine weitere Amtszeit ebnen.

dpa

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