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Nach Rückzug von Ex-Kanzler Kurz

Polit-Beben in Österreich hält an: Kanzler Schallenberg tritt zurück sobald Nachfolger feststeht

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Hinweise auf verminderte Spermienproduktion und mehr

Impotenz und Unfruchtbarkeit? Corona-Infektion deutlich gefährlicher als Impfung

Ein junges Paar liegt eng umschlungen auf dem Boden.
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Ein junges Paar liegt eng umschlungen auf dem Boden.

Viele haben Angst vor einer Corona-Impfung und deren Folgen. Auch Unfruchtbarkeit ist ein immer wiederkehrendes Schlagwort. Doch wissenschaftliche Studien zeigen ein ganz anderes Bild. Demnach gebe es Hinweise, dass eine Sars-CoV-2-Infektion Erektions­störungen auslösen und verminderte Spermienproduktion zur Folge haben könnte – nicht aber eine Impfung.

Um die Impfungen gegen des Coronavirus ranken sich im Internet etliche Behauptungen. So wird in mehreren Posts auf Facebook ohne weitere Belege die These aufgestellt, die Impfung könne zu Unfruchtbarkeit oder Sterilisation bei Männern führen.

Bisher gibt es keine wissenschaftlichen Hinweise dafür, dass die Fruchtbarkeit von Männern durch die Corona-Schutzimpfung beeinträchtigt wird. Impotenz und verminderte Zeugungs­fähigkeit sind auch keine von den inter­nationalen Zulassungs­behörden gelisteten möglichen Neben­wirkungen. Dass Corona-Impfstoffe eine Impotenz auslösen könnten, wurde weder in den klinischen Zulassungs­studien der Hersteller, noch während der weltweit laufenden Impf­kampagnen fest­gestellt. Es gibt also keine Hinweise darauf.

Unfruchtbarkeit durch Corona-Impfungen: Keine wissenschaftliche Grundlage

Laut Paul-Ehrlich-Institut ist mit der Datenlage im Rahmen der Zulassung der Impfstoffe „die bestmögliche Sicherheit für den Ausschluss von Schäden an Fortpflanzungsorganen und von einer Beeinträchtigung der Fortpflanzung beim Menschen gewährleistet.”

Für Lars Dölken, Professor für Virologie und Immunbiologie an der Universität Würzburg, haben Behauptungen über männliche Unfruchtbarkeit durch Corona-Impfungen ebenfalls keine wissenschaftliche Grundlage. Auf mRNA basierende Impfstoffe verschwänden nach wenigen Wochen aus dem Körper und können somit nicht direkt Langzeitfolgen wie etwa Unfruchtbarkeit bewirken, erläutert er.

Zu diesem Thema: Die Angst vieler Frauen: Corona-Impfung führt zu Unfruchtbarkeit? „Intellektueller Griff ins Klo“

Auch Lennart Randau vom Max-Planck-Institut für terrestrische Mikrobiologie in Marburg erklärt: „Die mRNA-Impfstoffe führen zur Antigenpräsentation in Muskelzellen und Lymphknoten und mir wäre nicht klar, wie dies räumlich und wissenschaftlich logisch mit einer Veränderung von Spermien einhergehen könnte.“

Dölken gibt darüber hinaus zu bedenken: Sollte es wirklich zu einer solchen Kreuzreaktion durch gebildete Antikörper nach der Impfung kommen, würde das Virus selbst erst recht zu Unfruchtbarkeit bei Männern führen. Derzeit gibt es noch wenige wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber, ob eine Infektion mit Covid-19 die Fruchtbarkeit einschränkt. Es kann allerdings auch nicht ausgeschlossen werden, denn das Coronavirus kann eine Vielzahl von Organen im menschlichen Körper angreifen und bleibende Schäden verursachen.

Corona-Infektion: Erektions­störungen und verminderte Spermienproduktion

Internationale Studien verweisen sogar auf eine teils verminderte Spermienproduktion,  Erektionsstörungen sowie einen starken Testosteronmangel bei Männern, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Die Befunde dieser kleineren Untersuchung deuten den Forschenden zufolge darauf hin, dass die Coronavirus-Infektion vor allem Auswirkungen auf die Bildung von Spermien und damit auch auf die männliche Fruchtbarkeit haben könnte.

Eine Studie an der interdisziplinären Reproduktionsabteilung des Universitätsklinikums Düsseldorf hat sich zum Beispiel mit der Qualität der Spermien in Folge einer Corona-Infektion beschäftigt. Dabei wurden bei 34 Männern vom 24. April bis 6. Mai 2020 Sperma und Blutproben entnommen. Das Ergebnis: „Achtzehn Samenproben von genesenen Männern wurden acht bis 54 Tage nach Abwesenheit der Symptome entnommen, 14 von Kontrollpersonen und zwei von Patienten mit einer aktiven Covid-19-Infektion. Mittels RT-PCR wurde keine RNA im Sperma nachgewiesen, einschließlich Samenproben von zwei Patienten mit einer akuten Covid-19-Infektion. Probanden mit einer mittelschweren Infektion zeigten eine Beeinträchtigung der Spermienqualität.“

Die Schlussfolgerung der Experten: Eine leichte Covid-19-Infektion beeinträchtige wahrscheinlich die Funktion von Hoden und Nebenhoden nicht, während die Samenparameter nach einer mittelschweren Infektion beeinträchtigt zu sein schienen. SARS-CoV-2-RNA konnte demnach im Sperma von genesenen und akut Covid-19-positiven Männern nicht nachgewiesen werden. Dies deute darauf hin, dass keine Virusübertragung bei sexuellem Kontakt und assistierten Reproduktionstechniken erfolge, obwohl weitere Daten erhoben werden müssen.

Eine weitere Studie, die sich ebenfalls mit der Qualität der Spermien beschäftigte, verweist auf eine verminderte Spermienproduktion bei Männern, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben. Hier wurde eine prospektive Querschnittsstudie an 43 sexuell aktiven Männern durchgeführt, von denen bekannt war, dass sie sich von SARS-CoV-2 erholt haben. „Nach der Genesung von Covid-19 waren 25 Prozent der untersuchten Männer oligo-krypto-azoospermisch (Anmerkung der Redaktion: es wurden zu wenig Spermien oder keine Spermien im Ejakulat festgestellt)“, heißt es . Von den elf Männern mit Samenschädigung seien acht azoospermisch und drei oligospermisch.

Azoospermie

Keine Spermien im Ejakulat

Oligozoospermie

Zu wenig Spermien (weniger als 15 Millionen Spermien pro ml Ejakulat oder Gesamtspermienzahl unter 39 Millionen)

Weiter heißt es: „Oligo-Krypto-Azoospermie war signifikant mit dem Schweregrad von Covid-19 verbunden. Drei Patienten (7%) wurden auf mindestens eine Probe positiv getestet (eine Speichelprobe, eine Urinprobe vor der Ejakulation, eine Samenflüssigkeit und eine Urinprobe nach der Ejakulation), sodass am nächsten Tag neue Nasen-Rachen-Abstriche entnommen wurden. Die Ergebnisse dieser drei Patienten und ihrer Partner waren alle negativ für SARS-CoV-2.“

Geringeres Testosteronlevel

Eine Reihe von Studien zeigen auch, dass Männer mit Covid-19 deutlich geringere Testosteron­level haben können als üblich. Testosteron hat einen großen Einfluss auf die Erektions­fähigkeit und die Libido des Mannes. Bei niedrigem Hormonspiegel können Erektions­probleme die Folge sein, berichtete rnd.de. Allerdings ist unklar, wie lange die in Klinikstudien beobachteten niedrigen Testosteron­spiegel bei Männern nach akuter Covid-19-Erkrankung anhalten – und inwieweit das mit einer längerfristigen Beein­trächtigung von Hoden und Penis zusammen­hängen könnte.

Zusammenfassend lässt sich übereinstimmend sagen, dass wohl der Verdacht besteht, dass die männliche sexuelle und reproduktive Gesundheit der Überlebenden durch die Folgen von Covid-19 sowohl kurz- als auch langfristig beeinträchtigt werden könnte.

Festzuhalten ist allerdings, dass bei den meisten dieser Studien die vorherige Samenqualität der untersuchten Männer unbekannt ist und weiter nicht bekannt ist, ob eine Wiederherstellung der Hodenfunktion aufgetreten ist oder auftritt. Des Weiteren wurden nur relativ kleine Stichprobengrößen untersucht, es liegen also nur begrenzte Daten vor. Auch fehlen Daten über die langfristigen Auswirkungen von SARS-CoV-2 auf die männliche Fortpflanzungsfunktion.

mz

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