Schlimmer Unfall in Tirol

Explosion in Supermarkt: Leiche geborgen, Ursache wohl Gasleitung

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Explosion in Tirol: Seit Stunden suchen die Einsatzkräfte in den Trümmern eines Gebäudes nach einer verschütteten Frau.
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Innsbruck - In St. Jodok im Valsertal in Tirol, einer kleinen Gemeinde knapp unterhalb des Brenners, hat sich am späten Montagvormittag (23. September) ein schlimmes Unglück ereignet. Es kam zu einer Explosion in einem Supermarkt.

Update, 12.20 Uhr: Suchhund schlägt an

Rund 24 Stunden nach der schweren Explosion in St. Jodok herrscht nun traurige Gewissenheit: Die vermisste 91-Jährige wurde in den Trümmern gefunden. Dies berichtet die Tiroler Tageszeitung aktuell. Demnach hat ein Suchhund angeschlagen, die Bergung der Leiche laufe derzeit.

Noch immer nicht restlich geklärt werden konnte die Ursache des Unglücks. Von Seiten der Polizei heißt es laut dem Bericht, dass eine angebohrte Gasleitung zur Explosion geführt habe. Die Gasleitung sei in der Nacht auf Dienstag freigelegt worden. Bei Bauarbeiten habe ein Bohrkopf die Leitung getroffen, das Gas sei entwichen und durch den Boden in das Wohnhaus eingedrungen.

Der Tiroler Energieversorger Tigas bestätigte gegenüber Tiroler Tageszeitung, dass eine Gasleitung durch Bohrungen beschädigt worden war. Derzeit sei davon auszugehen, dass die elektronisch überwachte Tiefenbohrung aus "noch nicht geklärter Ursache vom vorgesehenen Trassenverlauf abgewichen ist." Unklar sei zudem noch, wie das aus der beschädigten Gasleitung ausgeströmte Gas in das Gebäude, in dem sich der Supermarkt befand, eingedrungen ist. Dieses sei nicht an das Gasnetz angeschlossen.

Update, Dienstag 6.30 Uhr: Zahl der Verletzten gestiegen

Nach der schweren Explosion in einem Supermarkt in St. Jodok am Montag gibt es für die verschüttete Frau kaum mehr Hoffnung. Bei der Frau handelt es sich laut Informationen der Tiroler Tageszeitung um die 91-jährige Mutter des Geschäftsbetreibers, die über des Geschäftes wohnte. Der Bereich, in dem die Verschüttete vermutet wurde, sei am Montag vollständig abgesucht worden, jedoch ohne Erfolg.

„Ein Mann hatte noch versucht, die Frau zu retten, deshalb wissen wir, dass sie noch in dem Gebäude sein musste“, sagte vor Ort ein Polizist gegenüber ORF Tirol. Die Frau war jedoch eingeklemmt und das Gebäude stand bereits in Vollbrand, weshalb der Zeuge den Rettungsversuch abbrechen musste. Der Bereich, in dem die Frau vermutet wurde, sei Stück für Stück abgetragen worden, man habe aber nichts gefunden, hieß es seitens der Polizei. Um sicherzugehen, soll nun der abgetragene Schutt des Raumes, in dem die Frau zuletzt gesehen worden war, nochmals genau untersucht werden.

Inzwischen wurde auch bekannt, dass bei der Explosion elf Personen verletzt wurden. Zuerst war von neun Personen die Rede. Eine der elf Personen sei schwer verletzt, so die Zeitung weiter. In Lebensgefahr schwebe diese Person nicht. Das Feuer konnte nach stundenlangen Löscharbeiten gegen Abend von der Feuerwehr unter Kontrolle gebracht werden. Über Nacht gab es eine Brandwache.

Ein Rätsel ist noch immer die Ursache für die schwere Explosion. Es gibt die Vermutung, dass eine Gasleitung ursächlich sei, die nur zehn Minuten zuvor bei Bauarbeiten entdeckt worden war. Georg Tollinger, technischer Direktor der Tigas, sagte gegenüber der TT: "Für die Tigas ist es im Moment unerklärlich, wie es zu dem Unglück kommen konnte. Es hat vorbereitende Bohrungen für eine Gasleitung gegeben, die Gasleitung selbst wurde aber laut aktuellem Stand nicht angebohrt und dies war auch nicht vorgesehen." Auch habe das Haus selbst keinen Gasanschluss.

Update, 16.20 Uhr: Zusammenhang mit nahegelegenen Bauarbeiten?

Nach der schrecklichen Explosion eines Supermarktes in St. Jodok suchen die Einsatzkräfte noch immer nach einer verschütteten Person. Laut Informationen der Tiroler Tageszeitung soll es sich dabei um eine 91-jährige Frau und Mutter des Geschäftsbetreibers handeln. Neun weitere Personen wurden bei der Explosion verletzt, glücklicherweise schwebt aber niemand in Lebensgefahr.

Inzwischen gibt es laut der Zeitung auch eine erste Vermutung zur Ursache der Explosion: Arbeiter seien auf einer nahegelegenen Baustelle auf eine Gasleitung gestoßen. Nur zehn Minuten später habe sich dann die verheerende Explosion ereignet. "Es liegt nahe, dass diese zwei Ereignisse zusammenhängen", so Daniel Mallaun vom Bezirkspolizeikommando Innsbruck-Land gegenüber der Zeitung. Bestätigen könne er dies noch nicht, die Ermittlungen würden sich jedenfalls in diese Richtung konzentrieren.

Explosion in Tirol

Erstmeldung

Seit 11.20 Uhr läuft deswegen ein Großeinsatz der Rettungskräfte, wie die Landespolizeidirektion in Innsbruck soeben mitteilte. Derzeit befindet sich noch eine verschüttete Person im brennenden Gebäude. Neun Personen konnten inzwischen gerettet werden. Die Verletzten wurden laut ORF Tirol vorerst auf dem Sportplatz in St. Jodok versorgt und anschließend in die Klinik nach Innsbruck beziehungsweise in das Krankenhaus nach Hall eingeliefert.

Näheres zum Unfallhergang und zur Unfallursache ist derzeit nicht bekannt. Laut einem Bericht der Tiroler Tageszeitung könnte eine durch einen Arbeiter versehentlich aufgebohrte Gasleitung schuld gewesen sein. Offiziell bestätigt ist das jedoch bisher nicht. Erste Fotos von der Unfallstelle zeigen in jedem Fall eine große Rauchsäule über dem Gebäude.

Hinweis der Polizei: Die Anwohner werden gebeten, aufgrund der starken Rauchentwicklung die Fenster geschlossen zu halten.

Landespolizeidirektion Tirol/mw

Quelle: rosenheim24.de

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