Deutsche Frauen mit Dolchen verstümmelt

Jemen: Alle entführten Deutschen offenbar tot

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Die Altstadt von Sanaa (Archivfoto 15.08.2007). Die neun Ausländer waren am vergangenen Freitag nördlich von Sanaa verschwunden.

Sanaa - Alle neun im Jemen entführten Ausländer sind nach Angaben der Nachrichtenagentur AP am Montag tot aufgefunden worden. Die Nachrichtenagentur dpa meldet hingegen, dass nach Angaben von Beamten zwei der Kinder, die zusammen mit sieben weiteren Menschen verschwunden waren, lebend gefunden wurden.

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Nachdem zunächst die Leichen von drei deutschen Frauen entdeckt worden waren, seien später noch sechs weitere Tote gefunden worden, darunter drei Kinder, hieß es aus jemenitischen Sicherheitskreisen. Die Körper der Frauen seien verstümmelt gewesen, verlautete von Seiten der Gewährsleute am Montag. Die Frauen seien dem Vernehmen nach mit Pistolen und Dolchen umgebracht wurden und dann in einem trockenen Flusstal nahe der Ortschaft Akwan entdeckt worden.

Deutsche als Entführungsopfer

Deutsche als Entführungsopfer

Ein Stammesführer in der Region sagte, wie die Nachrichtenagentur AP meldet, hinter der Tat stehe das Terrornetzwerk Al Kaida.

Bei den Opfern handelt es sich nach früheren Angaben um einen deutschen Arzt, seine Frau und seine drei Kinder sowie um zwei weitere Deutsche, einen Briten und eine Südkoreanerin. 

Auswärtiges Amt bemüht sich um Aufklärung

Hier wurden die Deutschen verschleppt.

Die Bundesregierung hatte am Montagmittag noch keine Bestätigung. “Wir kennen diese Meldungen. Wir gehen dem nach“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin. Das Auswärtige Amt bemühe sich mit Hochdruck um Aufklärung. “Im Augenblick“ gebe es für die Berichte aber keine Bestätigung.

Die Ausländer, die für die niederländische Hilfsorganisation Worldwide Services arbeiteten, waren in einem Krankenhaus in Saada beschäftigt gewesen. Die Leichen der drei Frauen wurden laut Innenministerium an einem entlegenen Ort im Al-Nuschur-Tal gefunden.

Britische und niederländische Angehörige der medizinischen Hilfsorganisation Worldwide Services waren 1999 von Stammesangehörigen nördlich von Sanaa verschleppt worden. Sie kamen damals nach 17 Tagen Geiselhaft frei. Die jemenitische Regierung bezahlte damals nach Angaben der Kidnapper Lösegeld.

Entführungen gehen in der Regel unblutig aus

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Keine Spur der Entführten

Deutsche im Jemen verschleppt

Entführungen von Ausländern durch Stammesangehörige im Jemen gehen in der Regel unblutig aus. Meist missbrauchen die Entführer die Ausländer, um die Regierung zu erpressen. In dem südarabischen Land gibt es El-Kaida-Terrorzellen, die schon mehrfach Ausländer getötet hatten. In der mehrheitlich von Schiiten bewohnten Provinz Saada gab es allerdings bislang keine bekannte Präsenz der sunnitischen Terrorgruppe. Der Ort, an dem laut Sicherheitskräften die Leichen der Frauen gefunden wurden, liegt allerdings nicht weit von der Jawf- Region entfernt, in der die El-Kaida-Terroristen bereits untergetaucht waren.

dpa/AP

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