Aschauer (25) bereits am Freitag verstorben

Lawinendrama am Großglockner: Auch Stephanskirchner (26) tot!

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Lawinenabgang in Tirol
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Kals - Ein schreckliches Lawinenunglück am Großglockner hat am Freitag zwei Todesopfer aus der Region gefordert. Ein Aschauer (25) war direkt nach dem Unfall gefunden worden, ein Stephanskirchner (26) konnte am Samstagvormittag nach einer großen Suchaktion ebenfalls nur noch tot geborgen werden.

Update, 17.40 Uhr - Pressemeldung der Polizei

Zum gegenständlichen Alpinunfall wird berichtet, dass der zweite Verschüttete - ein 26-jähriger Deutscher - am 6. Januar gegen 9.30 Uhr von der Rettungsmannschaft geortet und geborgen werden konnte. Der Notarzt konnte nurmehr den bereits eingetretenen Tod feststellen.

Presseaussendung der Landespolizeidirektion Tirol

Update, 11.45 Uhr - Stephanskirchner tot geborgen

Wie soeben von vor Ort gemeldet wurde, konnte die Suche inzwischen abgeschlossen werden - leider mit einem traurigen Ende. Der Stephanskirchner (26) konnte nur noch tot aus den Schneemassen geborgen werden. Das hat die Polizei inzwischen bestätigt.

Update, 11.20 Uhr - Suchaktion läuft wieder

In Kals läuft die Suche nach dem vermissten Stephanskirchener auf Hochtouren. Rund 50 Helfer waren einem Bericht der Tiroler Tageszeitung zufolge bereits am Samstag in den frühen Morgenstunden zur Unfallstelle aufgestiegen. Weitere Retter wurden im Laufe des Vormittags an der Einsatzstelle erwartet.

Der Einsatzleiter sprach gegenüber der APA von einer "schwierigen Bergeaktion". Da das Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS) des Stephanskircheners offenbar kein Signal sendet, muss der gesamte Lawinenkegel durchkämmt werden. Unterdessen warnen Experten vor großer Lawinengefahr im gesamten Alpenraum.

Die Erstmeldung:

Die Suche war am Freitagabend gegen 18 Uhr zwischenzeitlich abgebrochen worden, weil die Lawinengefahr einfach zu hoch war. "Die Retter steigen nun ab und besprechen dann die weitere Vorgehensweise", hatte es zu diesem Zeitpunkt seitens eines Sprechers gegenüber der APA geheißen. Der junge Mann hatte zuvor auch nach stundenlangen Sondierungen durch die Retter nicht geortet werden können. Rund 150 Personen – Bergretter, Skilehrer und Freiwillige – standen im Einsatz. Hubschrauber hatten wegen des dichten Nebels nicht fliegen können.

Zudem werden jetzt auch die Dimensionen der Lawine immer deutlicher. Der Anriss sei "100 Meter breit und rund 400 Meter lang" gewesen, hieß es. Der Einsatzleiter sprach von einem Schneebrett von "riesigem Ausmaß". Auch am Samstag sollen wieder Suchhunde, Bergretter und Alpinpolizei eingesetzt werden, um den vermissten Mann aus Stephanskirchen zu finden. Sollte er aber auch unter Schnee begraben sein, dürften seine Überlebenschancen jedoch sehr gering sein, schließlich war das Schneebrett bereits am Freitagmittag abgegangen.

Das Unglück passierte im Bereich des Kals-Matreier-Törls am Großglockner in etwa 2.300 Metern Höhe im freien Skiraum. Die beiden Männer waren wohl Richtung Matrei (Osttirol) unterwegs, als sie gegen 12.30 Uhr von dem Schneebrett erfasst und verschüttet wurden. Einheimische hatten den Abgang wenig später entdeckt und die Rettungskette in Gang gesetzt. Der Aschauer wurde wenig später aus zwei Metern Tiefe geborgen, musste aber wenig später für tot erklärt werden. Vom Stephanskirchener fehlt weiterhin jede Spur.

Mehrere Unglücke in den letzten Tagen

In den letzten Tagen haben sich mehrere schwere Unglücke mit Lawinen bzw. in Skigebieten ereignet. In Südtirol starben am Mittwoch in einem Skigebiet im Vinschgau (Südtirol) eine Mutter und ihre Tochter aus Baden-Württemberg nach einem Lawinenabgang. Gegen den Vater ermittelt nun die Staatsanwaltschaft.

In Ischgl (Tirol) kam am Donnerstag ein Tscheche (43) ums Leben, der von einem Schneebrett im freien Skiraum erfasst wurde. Seine beiden Begleiter konnten gerettet werden. Kurz davor starb ein Schweizer (22) an der Bodenalpbahn, der beim Skifahren mitten auf der Piste einfach zusammengebrochen war. Eine Obduktion soll nun die genaue Todesursache klären.

Zudem war am Freitag in Kühtai eine weitere Lawine abgegangen. Dabei konnten nach einem Großeinsatz der Rettungskräfte zwei teilverschüttete Personen verletzt gerettet und ins Krankenhaus gebracht werden.

mw

Quelle: rosenheim24.de

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