Sarkozy: Keine Hoffnung mehr auf Überlebende

Fieberhafte Suche nach verschwundenem Airbus

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Sao Paulo/Paris - Von der auf dem Flug von Brasilien nach Frankreich verschollenen Passagiermaschine fehlt trotz einer groß angelegten Suchaktion weiter jede Spur.

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Allerdings gab der Pilot einer Frachtmaschine an, im mutmaßlichen Absturzgebiet möglicherweise brennende Wrackteile gesehen zu haben. Dass jemand der 228 Menschen an Bord der Air-France-Maschine, darunter möglicherweise auch 26 Deutsche, noch am Leben ist, gilt mittlerweile als äußerst unwahrscheinlich. Es wäre das schwerste Flugzeugunglück seit dem Jahr 2001. Die brasilianische Fluggesellschaft TAM erklärte, einer ihrer Piloten, der mit einer Frachtmaschine von Paris nach Rio de Janeiro unterwegs war, habe mehrere orangene Punkte auf dem Meer gesehen, als er kurz nach dem mutmaßlichen Unglückszeitpunkt das Gebiet passierte, in dem die Maschine verschwunden war. Dabei könne es sich um brennende Überreste der verschollenen Maschine gehandelt haben. Die brasilianische Luftwaffe erklärte, die Angaben würden geprüft.

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Das Flugzeug wurde am Montag rund vier Stunden nach dem Start möglicherweise von einem Blitz getroffen, wie die französische Fluglinie erklärte. “Wir stehen ohne Zweifel vor einer Luftfahrtkatastrophe“, sagte der Air-France-Vorstandsvorsitzende Pierre-Henri Gourgeon.

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Der Airbus A330-200 auf dem Weg von Rio de Janeiro nach Paris durchquerte laut Air France gegen 04.00 Uhr MESZ eine “Gewitterzone mit schweren Turbulenzen“. Knapp eine Viertelstunde später wurde von der Maschine eine automatische Fehlermeldung versandt, die eine Panne im elektrischen Kreislauf meldete. Danach gab es keinen Funkkontakt mehr.

An Bord waren 216 Passagiere und zwölf Besatzungsmitglieder. Neben den vermutlich 26 Deutschen befanden sich laut Air France 61 Franzosen, 58 Brasilianer, neun Chinesen, neun Italiener sowie Bürger aus 27 anderen Ländern an Bord. Nach Informationen der Schweizer Regierung waren darunter auch vier Schweizer.

Steinmeier: Zahl der deutschen Opfer unklar

Über die Zahl der deutschen Passagiere an Bord der verschwundenen Air-France-Maschine gibt es nach Angaben von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) allerdings noch keine Gewissheit. Das Auswärtige Amt stehe in engem Kontakt zu den französischen Behörden, sagte der Minister am Dienstag während seines Besuchs in Prag. Den Angehörigen der Opfer sprach Steinmeier sein Mitgefühl aus.

Auch Krupp-Manager Heine war an Bord

Krupp-Manager Erich Heine (rechts) pflanzt mit NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (links) in Rio de Janeiro einen Tropenbaum (Archivfoto vom Oktober 2008).

Unter den Passagieren waren offensichtlich viele Geschäftsreisende, die einen der wenigen Linien-Direktflüge von Rio nach Europa nutzten. Auch ein Top-Manager des deutschen ThyssenKrupp-Konzerns saß im Flugzeug. Das Vorstandsmitglied der Thyssen Steel AG und Aufsichtsrats-Vorsitzender des ThyssenKrupp-Joint-Ventures Companhia Siderúrgica do Atlântico (CSA), Erich W. Heine (41), wollte nach Medienangaben von Paris weiter nach Deutschland fliegen. “Herr Heine war auf den Flug gebucht. Das ist furchtbar. Aber es gibt noch keine endgültige Bestätigung“, sagte ein Konzernsprecher der dpa.

Die bisherige Suche nach der vermissten Maschine mit Militär-Flugzeugen blieb bislang erfolglos. Das erste Marineschiff wird die mutmaßliche Unglückstelle zwischen Brasilien und West-Afrika voraussichtlich erst am Mittwoch erreichen.

Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy erklärte, es gebe kaum Hoffnung auf Überlebende. Air France zufolge war es das erste tödliche Unglück eins Airbus A330-200 seit einem Testflug 1994 in Toulouse, bei dem sieben Menschen ums Leben kamen.

Italiener verpasste Unglücks-Flug

In letzter Minute auftretende Probleme bei der Arbeit haben einen italienischen Ingenieur davon abgehalten, den Air-France- Unglücksflug von Rio de Janeiro nach Paris anzutreten.

“Sein Name stand auf der Passagierliste für den Flug, er hat aber nicht eingecheckt“, berichtete die Ehefrau des 54-jährigen Vaters zweier Kinder am Dienstag den Lokalzeitungen in Ancona. Sie hätten sich am Montag erst große Sorgen gemacht, doch dann habe der im Ölgeschäft tätige Ingenieur daheim angerufen: “Es hat Probleme bei der Arbeit gegeben, sag den Kindern, dass es mir gutgeht“, habe der Ehemann sie beruhigt.

Er wolle nun am Mittwoch von Brasilien nach Paris fliegen, zwei Tage nach dem Verschwinden der Air-France-Maschine im Atlantik.

AP/dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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