Kinderschänder betreute Mädchen-Mannschaft

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Trotz seiner einschlägigen Vorstrafe: Der Kinderschänder durfte eine Mädchen-Mannschaft betreuen.

Leipzig - Die Tätigkeit eines vorbestraften Kinderschänders als Betreuer in einem Sportverein sorgt in Leipzig für Wirbel.

Wie am Dienstag bekanntwurde, war der Mann trotz eines Warnhinweises der Polizei weiter als Trainer einer Fußball-Mädchenmannschaft tätig. Die Leipziger Arbeitsagentur, die die Tätigkeit vermittelte, bestätigte den Fall.

Die Polizei wurde demnach bei den Ermittlungen im Mordfall Michelle auf den Mann aufmerksam. Ein Sprecher der Arbeitsagentur räumte ein, bereits Mitte Mai seien Vereinsspitze und Arbeitsagentur über die Vorstrafen informiert worden. Man habe die Arbeitsbeschaffungsmaßnahme dennoch nicht beendet, weil der Verein versprochen habe, den 41-Jährigen nicht aus den Augen zu lassen. “Es gab dann ja auch keine Beschwerden“, sagte er.

Wegen eines neu aufgetauchten Verdachts werde der Vertrag nun aber in Absprache mit der Vereinsspitze beendet. Der Mann sei ab sofort beurlaubt worden.

Zuvor hatte die “Dresdner Morgenpost“ über den Fall berichtet und auf aktuelle Ermittlungen hingewiesen. Ein Sprecher der Anklagebehörde sagte der AP , gegen den Beschuldigten werde seit wenigen Tagen wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen ermittelt. Dies habe aber nichts mit der Vereinstätigkeit zu tun. Auslöser sei eine Strafanzeige.

Zusammenhang mit Michelle-Ermittlungen

Nach Angaben der Ermittler saß der Mann bereits wegen Kindesmissbrauchs im Gefängnis . In dem Verein war er unter anderem als Betreuer einer Mädchen-Fußballmannschaft tätig. Der Sportverein SV Leipzig Nordwest war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die Sonderkommission der Polizei überprüfte bei der Suche nach dem Mörder der achtjährigen Michelle auch vorbestrafte Sexualstraftäter in der Region und stieß dabei auf den Fall des Betreuers in dem Sportverein. Der mutmaßliche Mörder Michelles wurde im März gefasst.

AP

Zurück zur Übersicht: Welt-News

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser