„Unser Baby auf diese Weise zu verlieren, ist einfach unfassbar“

Kreuzfahrt-Drama: Opa ließ Baby aus dem Fenster fallen - Eltern äußern sich in bewegendem Interview

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An Bord des Kreuzfahrtschiffs „Freedom of the Seas“ in Puerto Rico hat sich eine Tragödie ereignet. (Archivbild)

Eine Kreuzfahrt endete für eine Familie in einem Drama. Der Großvater soll seine Enkelin versehentlich aus dem Fenster fallen gelassen haben. Nun äußerten sich die Eltern erstmals öffentlich.

Update vom 23. Juli 2019: Zwei Wochen nach dem tragischen Unglück auf dem Kreuzfahrtschiff „Freedom of the Seas“, bei dem die 19 Monate alte Chloe Wiegand aus einem offenen Fenster gestürzt ist, haben sich die Eltern nun erstmals öffentlich zu Wort gemeldet. In einem bewegenden Exklusivinterview in der amerikanischen „Today“-Show erzählen die Eltern von dem Vorfall an Bord und wie es ihnen inzwischen ergeht. Unter Tränen erzählt Chloes Mutter Kimberly Wiegand, dass sie sich die ersten 30 Sekunden jeden Tages nicht daran erinnern kann, was passiert ist. „Und dann kommt es zurück“, erzählt die Mutter. „Unser Baby auf diese Weise zu verlieren, ist einfach unfassbar.“

Eltern geben Opa keine Schuld: „Sie war seine beste Freundin“

Dass es sich bei dem Vorfall um einen Unfall handelt, daran haben die Eltern keinerlei Zweifel. Der Großvater habe seine Enkelkinder niemals in Gefahr gebracht, betont Kimberly Wiegand im Interview und der Vater Alan Wiegand fügt hinzu: „Du kannst ihn kaum ansehen, ohne, dass er weint. Sie war seine beste Freundin.“

Die Schuld an der Tragödie geben die Eltern der Reederei. Diese hätte ihrer Ansicht nach eine sichere Umgebung im elften Stock des Schiffes schaffen müssen. Wiegands Mutter hätte die Besatzung gefragt, warum um alles in der Welt es im elften Stock ein offenes Fenster ohne Schutzscheibe gebe. Die Antwort sei gewesen, weil es eine Belüftung geben müsse.

Die Familie versucht nun, das Unternehmen vor Gericht zur Verantwortung zu ziehen. „Das darf keiner anderen Familie passieren“, so Wiegand.

Kreuzfahrt-Drama: Opa lässt Baby aus Fenster fallen - Familie erklärt, wer wirklich Schuld sein soll

Update vom 11. Juli 2019: Immer weitere Details zu dem tragischen Unglück im Hafen von Puerto Rico kommen ans Licht. Der Großvater des tödlich verunglückten 19 Monate alten Babys, Salvatore Anello aus Indiana (USA) spielte am Sonntagnachmittag mit seiner Enkelin Chloe Wiegand im Restaurant des Kreuzfahrtschiffs „Freedom of the Seas“. Dann glitt sie ihm aus den Händen und stürzte 46 Meter in die Tiefe.

Jetzt berichten Passagiere in der Lokalzeitung El Vocero, der Großvater habe vor Panik geschrien, sei hysterisch geworden und habe mit einer Spritze beruhigt werden müssen.

Aus Routinegründen wurde ein Ermittlungsverfahren wegen Mordes gegen den Großvater eingeleitet. „Jedes Familienmitglied wird untersucht, wir müssen mit dem Schlimmsten rechnen“, erklärte der leitende Beamte der Daily Mail.

Für die Familie steht als Schuldiger für die Tragödie die Reederei Royal Caribbean fest. Nach Aussage des Großvaters war das Fenster, durch das Chloe stürzte,  offen gewesen. Nach Aussage des Anwalts der Familie, hatte der Großvater die Kleine auf das Holzgeländer gestellt, um sie gegen das Glas schlagen zu lassen, wie sie es bei den Eishockeyspielen ihrer älteren Brüder in Indiana immer getan hatte. Dass das Fenster offen war, hatte er nicht gemerkt. Der Anwalt klagt an, dass ein Fenster im Kinderbereich so hoch gelegen niemals geöffnet hätte sein dürfen.

Kreuzfahrt-Drama: Baby stürzt 40 Meter in den Tod - Opa machte verhängnisvollen Fehler 

Erstmeldung vom 9. Juli 2019: San Juan - Es sollte eine siebentägige Traumreise um die Karibikinseln werden und endete für eine Familie aus dem US-amerikanischen Bundesstaat Indiana in einer Tragödie. Bei einer Kreuzfahrt in Puerto Rico ist ein Baby nach einem verheerenden Missgeschick in den Tod gestürzt, wie cbsnews.com berichtet.  

Enkelin rutscht Opa durch die Hände - Baby stürzt von Kreuzfahrtschiff

An Bord der „Freedom of the Seas“, eines der größten Passagierschiffe der Welt, waren die Eltern mit ihrem 19 Monate alten Mädchen, zwei Geschwistern und den Großeltern. Als das Kreuzfahrtschiff am Sonntagnachmittag im Hafen von San Juan in Puerto Rico anlegte, soll der Großvater mütterlicherseits gerade am offenen Fenster im elften Stock mit dem Kleinkind gespielt haben. Dabei sei ihm seine Enkelin aus den Händen gerutscht und durch das Fenster mehr als 40 Meter auf den Pier des Schiffes gestürzt. Medienberichten zufolge sei das Kind wenig später im Krankenhaus gestorben. 

Ein Passagier erzählte dem Onlineportal telemundopr.com, sie hätten die schrillen Schreie der Mutter gehört. 

Familie unter Schock - Vernehmung noch nicht möglich

Was genau an Bord des Schiffes passiert war, müssten nun die Ermittlungen der Polizei ergeben. Nach Angaben von Polizist Nelson Sotelo, sei eine Vernehmung der Angehörigen bisher nicht möglich gewesen. „Sie stehen unter Schock“, so Sotelo.

Kreuzfahrtunternehmen „zutiefst betrübt“

Owen Torres, Sprecher des Kreuzfahrtunternehmens Royal Caribbean, sagte gegenüber CBS News, der Kreuzfahrtanbieter sei "zutiefst betrübt über den tragischen Vorfall von gestern“. Der Familie seien Notfallseelsorger zur Seite gestellt worden. Aus Rücksicht auf die Privatsphäre der Angehörigen, werde es keine weiteren Stellungnahmen geben.

Erst kürzlich stürzte eine deutsche Urlauberin auf einer Kreuzfahrt zwischen Norwegen und Dänemark von Bord. Die Rettungskräfte versuchten alles, um die Frau zu retten, aber waren am Ende machtlos. Auf Kreta sorgte eine vermisste Forscherin für Schlagzeilen. Nun herrscht Gewissheit.

Auch das Todesdrama um den kleinen Mohamed in Hamburg schockiert zutiefst. Die Eltern müssen sich vor Gericht verantworten, wie nordbuzz.de* berichtet.

Video: Fünf schräge Geheimnisse über Kreuzfahrten

va

*nordbuzz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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