Aussage vor Gericht

Londoner Moschee-Attentäter plante angeblich Anschlag auf Labour-Chef

Über ein halbes Jahr nach dem Anschlag auf Muslime vor einer Londoner Moschee hat der mutmaßliche Attentäter ausgesagt, dass er eigentlich Labour-Chef Jeremy Corbyn töten wollte.

London - Er habe den britischen Oppositionsführer während einer pro-palästinensischen Demonstration mit dem Fahrzeug angreifen wollen, behauptete der Angeklagte am Dienstag vor Gericht. Die mit zwei weiteren Männern geplante Attacke sei aber durch Straßensperren verhindert worden.

Stattdessen habe man sich dann auf die Moschee im Stadtteil Finsbury Park konzentriert. Während des Anschlags dort habe aber gar nicht er das Tatfahrzeug gefahren, sondern ein Mann namens Dave, sagte der Angeklagte weiter. Wo dieser sich nun aufhalte, wisse er nicht. Damit widersprach er einer früheren Aussage: Direkt nach der Attacke hatte der inzwischen 48-Jährige den Ermittlern gesagt, er habe allein gehandelt und die Kontrolle über den Lieferwagen verloren.

Die Polizei geht von einer Terrorattacke aus. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten aus Cardiff vor, im vergangenen Juni absichtlich in die Gruppe von Muslimen gerast zu sein, die sich um einen kollabierten 51-jährigen Mann gebildet hatte. Der am Boden sitzende Muslim wurde überrollt und starb. Neun Menschen erlitten Verletzungen. Der Angreifer konnte von Passanten überwältigt werden.

Der 48-Jährige ist wegen Mordes und versuchten Mordes angeklagt. Die Staatsanwaltschaft geht von Hass gegen Muslime als Motiv aus. Der Angeklagte soll sich durch Berichte über islamistische Terroristen und über eine Bande von mehrheitlich muslimischen Sexualstraftätern, die britische Jugendliche missbrauchten, radikalisiert haben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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