Streit um letzte Ruhestätte

Leichnam von Diktator Franco ausgegraben - Das ist der Grund 

Umbettung des spanischen Ex-Diktators Franco
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Einer der Sargträger ist laut AFP Francos Urenkel Louis de Bourbon, ein entfernter Cousin des spanischen Königs Felipe VI.

Jahrelang stritt Francos Familie mit der Regierung um die letzte Ruhestätte des Diktators. Francisco Francos Sarg wurde per Hubschrauber umgebettet.

Madrid - Fast vierzig Jahre lang herrschte Francisco Franco über Spanien. Nach einer Karriere beim Militär war er 1939 als Sieger aus dem Bürgerkrieg zwischen seinen rechten Putschisten und den Anhängern der republikanischen Regierung hervorgegangen. Bis zu seinem Tod am 20. November 1975 sorgte der spanische Diktator für viel Leid in der Bevölkerung. Es dauerte drei Jahre, bis Spanien nach Francos Herrschaft wieder zur Demokratie wurde.


Heute hält die spanische Regierung, das prunkvolle Mausoleum nahe Madrid, indem Franco beerdigt wurde, nicht mehr für angemessen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Schon seit seinem Amtsantritt im Juni 2018 setzte sich Regierungschef Pedro Sánchez dafür ein, den Leichnam umzubetten. Franco dürfe nicht länger "verherrlicht" werden, sagte der Sozialdemokrat. Schließlich spaltet die Diktatur Francos das Land bis heute.

Diktator Franco umgebettet - Per Hubschrauber auf neuen Friedhof

Nun ist es endlich so weit - vier Jahrzehnte nach Francos Beerdigung werden die sterblichen Überreste des Diktators exhumiert. Am Donnerstag öffnete man Francos Grab, ein Mausoleum nahe Madrid, im Beisein seiner Familie. In einem Video der spanischen Zeitung „El Pais“ ist zu sehen, wie acht Angehörige von Francisco Franco den Sarg des Diktators zu einem Bestattungswagen tragen. 


Einer der Sargträger ist laut AFP Francos Urenkel Louis de Bourbon, ein entfernter Cousin des spanischen Königs Felipe VI. Als neuen Bestattungsort wählte, man einen Friedhof nördlich von Madrid aus, auf dem schon Francos Frau beerdigt wurde. Den staatlichen Friedhof von Pardo erreichten die Gebeine von Franco im Hubschrauber. 

Den staatlichen Friedhof von Pardo erreichten die Gebeine von Franco im Hubschrauber. 

Diktator Franco exhumiert - Familie verliert Rechtsstreit gegen Regierung

Gegen die Exhumierung des spanischen Dikators waren Francos Angehörige in Berufung gegangen. Diese wies das Oberste Gericht des Landes zurück. In Spanien hat der verstorbene Franco noch immer viele Anhänger. So hatte sich sein monumentales Mausoleum im Valle de los Caídos (Tal der Gefallenen), das der Franco selbst hatte bauen lassen, war seit Jahren zu einer Pilgerstätte für Rechtsextreme entwickelt.

Um gegen Francos Umbettung zu protestieren, versammelten sich mehr als 500 Franco-Anhängher trotz Demoverbot in Madrid. Sie schwingen spanische Flaggen, sangen eine faschistische Hymne und hoben stolz den rechten Arm, berichtet die dpa.

Die Familie von Ex-Diktators Franco verliert den Streit um dessen letzte Ruhestätte.

Regierungschef Pedro Sánchez zeigte sich erleichtert, diesen Treffpunkt auflösen zu können: Die Umbettung sei "ein großer Sieg der Würde, der Erinnerung, der Gerechtigkeit, der Wiedergutmachung und damit der spanischen Demokratie", sagte er am Mittwoch.

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