Grüner Trend erreicht Deutschland 

Wald-Hochhäuser statt Diesel-Fahrverbote? 

Mailand - Feinstaub und CO² machen vielen Städten zu schaffen. Es wird über Fahrverbote diskutiert, um die Belastung zu senken. Eine Alternative könnte der "Bosco Verticale", zwei mit Bäumen bepflanzte Türme, stellen. Denn die Pflanzen des Gebäudes absorbieren den Feinstaub und sorgen für Frischluft.

In Zeiten von Feinstaubalarmen und erhöhten CO²-Werten, sucht man in Städten verzweifelt nach Möglichkeiten der Prävention. Dabei werden Forderungen laut nach Diesel-Fahrverboten, weil der Dieselmotor besonders viel Feinstaub produziert.

Die Grüne Fasade

Das in Mailand 2014 fertiggestellte Hochhaus "Bosco Verticale" könnte als echte Alternative und Vision zugleich gelten. Denn das "Bosco Verticale", auf Deutsch: "Vertikaler Wald", ist nicht irgendein Wolkenkratzer, sondern ein über 900 Bäumen und 2.000 Sträuchern bepflanztes Gebäude. Auf eine Fläche gerechnet würde sich der Wald auf einem Hektar erstrecken. Verteilt auf viele Balkone, ist es eher ein unkonventioneller Anblick inmitten Mailands Metropole. 

Aber das Gebäude ist nicht nur ästhetisch anders, die Pflanzen haben eine wichtige Aufgabe: Sie versprechen nicht nur eine bessere Lärmkullisse sowie eine gute Dämmung, sondern noch wichtiger: Sie absorbieren den Feinstaub und sorgen für Frischluft. Der Architekt Stefan Boeri, nennt es "weltweit einzigartiges architektonisches Experiment", was auch für andere Städte als "Vision" dienen könnte. 

Ein Trend beginnt

In anderen Städten beginnt der Trend erst. In der Schweiz, genauer gesagt in Lausanne, werden demnächst ebenfalls zwei "Grüne Tower" entstehen. 

In Deutschland steht die Entwicklung gerade noch in den Startlöchern. Aber auch hier gibt es erste Bauten, wie beispielsweise in Potsdam, das Wohnquartier "Tiziangärten". Im baden-württembergischen Waiblingen wird ein Hochaus in der Stadt entstehen, das grün "designed" werden soll und 56 Meter in den Himmel ragen wird. 

Auch in München ist der Trend angekommen. Es gibt Pläne für einen 52 Meter hohen Büro- und Wohnturm mit hängenden Gärten am Arabellapark. Hier soll bis spätestens 2020 ein 16-geschossiges Hochhauses entstehen. Auf den oberen Etagen sollen 50 exklusive Eigentumswohnungen entstehen. Das Bepflanzungskonzept wurde zusammen mit einem spezialisierten Gartenbauunternehmen im Schwarzwald entwickelt, wie die Welt berichtete

Zwar haben diese einzelnen Bauprojekte keinen wesentlichen Einfluss auf die Feinstaubbelastung, aber sie können als Wegweiser dienen, in welche Richtung es gehen wird. Dennoch muss man sich immer bewusst sein, dass nicht das einzelne Gebäude eine Verbesserung der Werte ausmacht, sondern die Masse an Häusern.

Djm

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © dpa

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