Mehr als 30 Tote bei Bombenanschlag in Kandahar

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Kabul - Bei einem der schwersten Bombenanschläge in Afghanistan seit Monaten sind am Dienstagabend in der Stadt Kandahar nach offiziellen Angaben mehr als 30 Menschen getötet worden.

Der örtliche Polizeikommandeur der südafghanischen Stadt sagte der Deutschen Presse-Agentur dpa in Kabul, es seien 36 Menschen getötet und 64 Menschen verletzt worden. Der vermutlich mit einer Reihe von Bomben ausgetragene Anschlag habe sich in der Nähe von Büros des Geheimdienstes und eines Straßenbauunternehmens ereignet. In der Gegend sind auch einige internationale regierungsunabhängige Organisationen untergebracht.

Es war der folgenschwerste Anschlag in Afghanistan seit der Detonation einer Autobombe auf einem Markt etwa 30 Kilometer südlich von Kabul am 9. Juli. Damals starben mindestens 25 Menschen, darunter auch Schulkinder.

Der Anschlag ereignite sich am Abend zur Zeit des Fastenbrechens. In Afghanistan wird wie in anderen muslimischen Ländern der Fastenmonat Ramadan begangen. Durch die Wucht der Detonation seien zahlreiche Häuser beschädigt worden, sagte ein Sprecher des örtlichen Gouverneurs. Er rechne damit, dass die Zahl der Opfer noch steigen könne, da unter den Trümmern weitere Leichen vermutet würden. Die meisten Opfer seien Zivilisten. Die Wucht der Detonation habe Scheiben noch in bis zu einem Kilometer Entfernung zum Bersten gebracht. Nach der Detonation seien Schüsse zu hören gewesen. Polizei und Armee hätten den Anschlagsort abgesperrt. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Kandahar ist die ehemalige Hochburg der radikalislamischen Taliban-Rebellen.

Kurz vor dem Anschlag waren erste Teilergebnisse der Präsidentschaftswahl veröffentlicht worden, die überraschend ein knappes Rennen zwischen Amtsinhaber Hamid Karsai und seinem Herausforderer Abdullah Abdullah zeigten. Die Taliban hatten zum Wahlboykott aufgerufen, die Abstimmung am vergangenen Donnerstag aber nicht verhindern können.

Indes gingen auch die Kämpfe zwischen den radikal- islamischen Taliban und den internationalen Streitkräften weiter. Nach dem Tod von vier weiteren US-Soldaten bei einem Anschlag in Südafghanistan am Dienstag ist es inzwischen für die ausländischen Truppen in Afghanistan bereits jetzt das verlustreichste Jahr seit Beginn des Einsatzes. Der unabhängige Internetdienst icasualties.org verzeichnete 295 ausländische Soldaten, die seit Jahresbeginn starben. Im gesamten vergangenen Jahr waren demnach 294 ausländische Soldaten am Hindukusch ums Leben gekommen.

dpa

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