Mehr als hundert Tote durch Erdrutsche

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Auf den Philippinen herrschen die schlimmsten Überschwemmungen seit 40 Jahren.

Manila - Eine zweite Unwetterkatastrophe innerhalb von weniger als zwei Wochen hat auf den Philippinen mindestens 132 Menschen das Leben gekostet.

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Allein in einem Dorf starben 70 Menschen bei einem verheerenden Erdrutsch, der Häuser mit einer meterhohen Schlamm- und Gerölllawine verschüttete. Tausende Menschen flüchteten am Freitag in der Provinz Pangasinan im Norden des Landes auf ihre Dächer, weil Überschwemmungen Flüsse über die Ufer treten ließen und Straßen in reißende Ströme verwandelten. Mindestens 20 Ortschaften standen dort unter Wasser.

Verantwortlich war Tropensturm “Parma“, der am vergangenen Samstag zunächst mit Taifunstärke über die nördlichen Philippinen hereinbrach und dann tagelang mit heftigen Regenfällen fast bewegungslos über der Region stehen blieb. Er bewegte sich am Freitag nur langsam Richtung Südchinesisches Meer. Nach Angaben von Umweltschützern führt das massive Abholzen der Wälder dazu, dass Böden, die früher vom Wurzelwerk gehalten wurden, jetzt bei heftigem Regen ins Rutschen geraten.

In La Trinidad 210 Kilometer nördlich der Hauptstadt Manila rutschte am Freitag im Morgengrauen ein ganzer Hang ab und riss 32 Häuser mit. Mindestens 70 Menschen kamen dort ums Leben, berichtete der Gouverneur der Provinz Benguet, Nestor Fongwan. “Die Menschen schliefen und konnten sich nicht retten“, sagte er. Dorfbewohner müssten mit Schaufeln und Picken nach den Opfern suchen, weil der völlig aufgeweichte Boden für schweres Gerät zu instabil war.

Ein anderer Erdrutsch verschüttete mindestens zehn Häuser in Abatan, weitere gingen in Baguio, Mankayan, Bugias, Tublay und Sablan nieder. “Die Opferzahlen werden steigen, denn diese Erdrutsche waren riesig“, sagte Polizeichef Loreto Espinili. Die Straßen seien überflutet, was den Einsatz von Helfern und Rettern stark behindere.

“Parma“ hatte die nördlichen Provinzen seit Tagen mit heftigem Regen unter Wasser gesetzt. Überall wurden Straßen und Felder überschwemmt, die Flüsse schwollen an. “Die Überschwemmungen sind verheerend, an manchen Stellen stehen fast die gesamten Dörfer unter Wasser“, sagte Polizeisprecher Ramon Gatan. Das Wasser stieg noch weiter, als die Behörden Wasser aus fünf Stauseen abließen, weil Dammbrüche drohten.

“Parma“ hatte schon am Wochenende mindestens 25 Menschen das Leben gekostet. Vorausgegangen war eine Woche zuvor Tropensturm “Ketsana“, der in Manila und Umgebung die schlimmsten Überschwemmungen seit 40 Jahren auslöste. Mehr als 330 Menschen kamen dadurch ums Leben.

dpa

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