Missbrauch: Papst empfängt Visitatoren der "Legionäre Christi"

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Papst Benedikt XVI.

Rom - Papst Benedikt XVI. hat fünf Bischöfe empfangen, die einen Skandal um sexuellen Missbrauch durch den Ordensgründer der “Legionäre Christi“ untersuchen.

Über Verlauf und Ergebnis des Treffens vom Freitag wurde nichts bekannt. Wie italienische Medien berichteten, war die Anwesenheit des Papstes unerwartet. Zunächst sei nur ein Treffen der Bischöfe mit Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone vorgesehen gewesen. Der Gründer der “Legionäre“, der mexikanische Priester Marcial Maciel Degollado (1920-2008), soll zahlreiche minderjährige Seminaristen sexuell missbraucht haben. Außerdem habe er mit zwei Frauen mindestens drei Kinder gezeugt, wie der Orden erst kürzlich in einer offiziellen Entschuldigung mitteilte. 

Vatikan-Pressechef Padre Federico Lombardi hatte schon bei der Ankündigung des Treffens darauf hingewiesen, dass es sich nur um einen ersten Rapport von Beobachtungen und Überlegungen handele, die sich aus der bisherigen Untersuchung ergeben hätten. Eine Veröffentlichung von Maßnahmen und Entscheidungen, um den Orden “zu reinigen“, sei vorerst nicht zu erwarten, so Lombardi. Diese würden vom Papst erst nach einer gründlichen Auswertung der Ergebnisse getroffen werden.

Der Vatikan hatte wegen der wiederholten Missbrauchsvorwürfe 2004 eine Apostolische Visitation des Ordens eingeleitet. 2005 war Maciel Degollado als Generaloberer zurückgetreten. Die ersten Vergewaltigungs-Vorwürfe waren bereits 1997 laut geworden, der Priester hatte die Beschuldigungen jedoch stets zurückgewiesen. 2006 war Maciel Degollado schließlich vom Vatikan wegen der Missbrauchs- Vorwürfe offiziell bestraft worden. Auf Geheiß von Papst Benedikt XVI. musste er sich aus der Öffentlichkeit zurückziehen und “ein zurückgezogenes Leben des Gebets und der Buße“ führen bis zu seinem Tod im Januar 2008.

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