Montmartre um 1900 – Treffpunkt der Künstlerelite

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Die Ausstellung "Esprit Montmartre - Die Bohème in Paris um 1900" in Frankfurt zeigt Werke bekannter Imprssionisten. Darunter auch die "Femme à la voilette" von Louis Anquetin. 

Im Paris um das Jahr 1900 trafen sich Künstler wie van Gogh, Toulouse-Lautrec oder Picasso. Auf dem Montmartre schufen sie Werke, die ihren Ruhm begründeten. Die Frankfurter Schirn Kunsthalle zeigt nun Bilder aus dieser Zeit in einer Ausstellung. Den Bildband zur Schau präsentiert der Hirmer Verlag.

Kunst im Vergnügungsviertel

In der Zeit zwischen dem 19. und dem 20. Jahrhundert zog es viele Künstler aus der teuren und mondänen Mitte von Paris an den Stadtrand. Zentrum der Szene wurde schnell das eigentlich verrufene Viertel Montmartre am Fuße des gleichnamigen Hügels. Hier entwickelten Meister wie Picasso, Modigliani oder van Gogh neue Techniken und entdeckten den Impressionismus für sich.

Die Schirn Kunsthalle in Frankfurt hat jetzt erstmals eine umfassende Schau mit den Werken der bedeutendsten Künstler dieser Zeit zusammengetragen. In der Ausstellung „Esprit Montmartre – Die Bohème in Paris um 1900“ zeigen die Macher mehr als 200 Bilder, Plakate und Fotos der bekanntesten Künstler, die damals rund um die Vergnügungslokale Moulin Rouge und Chat Noir lebten und arbeiteten. Darunter sind fast alle Größen des Impressionismus wie Vincent van Gogh, Henri de Toulouse-Lautrec oder Joaquim Sunyer. Den gleichnamigen Katalog zur Ausstellung hat der Hirmer Verlag herausgegeben.

Inspirierende Umgebung

Der Montmartre war in der Belle Époque eine anrüchige Gegend. Am Fuß des Hügels trafen Kunst und Halbwelt aufeinander. In unzähligen Etablissements unterhalb der Baustelle der Kirche Sacré-Cœur frönten die Freigeister und Künstler jedwedem Laster. Sie galten als Bo¬he¬mi¬ens, also als Intellektuelle, die nicht so sein wollten wie die Durchschnittsbürger. Das schweißte sie zusammen und beflügelte sie.

Gerade diese aufgeladene Atmosphäre war es, die Picasso, van Gogh und ihre Kollegen anzog und inspirierte. Sie feierten gemeinsam und tauschten neue Ideen und Techniken aus. Die Motive für ihre Arbeit bezogen sie aus dem prallen Leben um sich herum und verewigten in ihren Bildern einfache Straßenszenen genauso gekonnt wie rauschende Nächte im Varieté.

Die Ausstellung: alle Größen an einem Ort

Die Ausstellung in Frankfurt begnügt sich nicht damit, nur die Bilder auszustellen. Die Macher greifen die verschiedenen Gesichtspunkte ihres Entstehungsortes auf. Sie ordnen die Werke danach, in welchem Kontext sie entstanden sind. So widmet sich ein Teil der Schau dem „ländlichen“ Montmarte, ein weiterer dem Nachtleben und ein nächster der Darstellung der Menschen im Viertel.

Eine Ausstellung, in der so viele Meisterwerke zusammenkommen, die am gleichen Ort fast zur selben Zeit entstanden sind, ist mehr als außergewöhnlich. Zahlreiche internationale Leihgeber stellten ihre Stücke zur Verfügung. So nahe wie in dieser Ausstellung waren Modigliani, van Gogh und Picasso sich wohl zuletzt auf dem Montmartre der Belle Époque. Der großformatige Bildband zur Schau zeigt nicht nur die einzigartigen Werke der Künstler, sondern erklärt mit fundierten Artikeln auch ihr Umfeld und lässt den Betrachter die Atmosphäre des weltberühmten Viertels spüren.

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