Mumbai-Attentäter legt überraschend Geständnis ab

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Staatsanwalt Ujjwal Nikam (l.) schüttelt einem Polizisten beim Verlassen des Gerichtsgebäudes die Hand.

Mumbai - Drei Monate nach Prozessbeginn hat der einzig überlebende mutmaßliche Attentäter der Terroranschläge von Mumbai überraschend seine Mitwirkung an der Tat gestanden.

Vor dem Richter eines Sondergerichts erklärte der Pakistaner Mohammed Ajmal Kasab am Montag: “Ich bekenne mich meines Verbrechens schuldig.“ Die Anklage wirft Kasab die Beteiligung an den Terroranschlägen vom vergangenen November vor, bei denen 166 Menschen getötet und 234 weitere verletzt wurden. Bei einer Verurteilung droht ihm die Todesstrafe.

Seit Prozessbeginn am 17. April hatte Kasab die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Nach dem Grund seines Sinneswandels befragt, sagte er, seine Verteidigungsstrategie sei erschüttert worden, nachdem Pakistan kürzlich eingeräumt habe, dass er pakistanischer Staatsbürger sei. Der offensichtlich überraschte Richter M.L. Tahiliyani rief Anwälte beider Seiten hinzu, um Klarheit über die Bedeutung von Kasabs Erklärung zu erhalten.

Der Angeklagte schilderte anschließend ausführlich, wie die Attentätergruppe in einem Boot von Pakistan nach Mumbai gelangte und berichtete Einzelheiten über die Bluttat. Kasab werden unter anderem Mord und Kriegsführung gegen Indien zur Last gelegt. Er gilt als der einzige Überlebende der insgesamt zehn Angreifer. Die neun anderen wurden während der dreitägigen Belagerung mehrerer Luxushotels, eines jüdischen Zentrums und anderer Einrichtungen in Mumbai (Bombay) getötet.

Indien macht die islamistische Terrororganisation Lashkar-e-Taiba für die Anschläge verantwortlich. Sie soll in den 80er Jahren vom pakistanischen Geheimdienst gegründet worden sein, um gegen die indische Herrschaft im geteilten Kaschmir zu kämpfen. Im Februar räumte die pakistanische Regierung erstmals ein, dass die Anschläge von Mumbai teilweise in Pakistan geplant wurden. Das pakistanische Außenministerium wollte zu der Erklärung Kasabs zunächst keine Stellung nehmen.

Der Anschlag hatte die Beziehungen zwischen den beiden verfeindeten Nachbarn weiter belastet. Ende Juni hatte ein indisches Gericht Haftbefehl gegen 22 Pakistaner erlassen, die an der Planung des Terrorüberfalls beteiligt gewesen sein sollen. Indien verlangte von Pakistan die Auslieferung der Verdächtigen. Die pakistanische Regierung hat aber bereits früher erklärt, sie werde keine Verdächtigen ausliefern.

Unter den Gesuchten ist Hafiz Mohammad Saeed , ein Führer der extremistischen islamischen Organisation Jamaat ud Dawa. Es wird vermutet, dass diese dem Netzwerk angehört, das für die Anschläge von Mumbai verantwortlich ist. Saeed wurde nach den Anschlägen in Pakistan festgenommen, auf Anordnung eines pakistanischen Gerichts Anfang Juni aber wieder freigelassen, weil keine Beweise gegen ihn vorlägen. 

ap

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