Für Gleichberechtigung: Ösis ändern Nationalhymne

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Eine junge Frau hält am Mittwoch (13.07.2011) in Wien ein Notenblatt der österreichischen Nationalhymme, auf dem handschriftlich "Töchter" eingefügt wurde.

Wien - Die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau treibt manchmal seltsame Blüten: Die Österreicher haben jetzt sogar den Text ihrer Nationalhymne geändert.

Hören Sie hier die österreichische Nationalhymne in der Version von Christina Stürmer, die den Text bereits mit "Söhnen" UND "Töchtern" sang

Die Österreicher sollen in ihrer Nationalhymne auch die Frauen des Landes besingen. Nach jahrzehntelanger Debatte einigte sich die Mehrheit der Parteien am Mittwoch, die von Paula Preradovic gedichtete Bundeshymne im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit abzuändern.

“Heimat bist du großer Söhne, Volk, begnadet für das Schöne“, tönte es bisher bei allen großen Anlässen im Alpenland. Nun sollen auch die Töchter mit in den Text, die bisher favorisierte Umdichtung lautet: “Heimat großer Töchter, Söhne, Volk begnadet für das Schöne.“ Die Änderung soll im Herbst im Parlament beschlossen werden und Anfang kommenden Jahres in Kraft treten.

Bisher hatten vor allem konservative und rechtspopulistische männliche Politiker die Änderung verhindert. Ende vergangener Woche eskalierte dann der Geschlechterkampf im Nationalrat (Bundesparlament): Mit einem Geheimantrag wollte die ehemalige Frauenministerin Maria Rauch-Kallat von der konservativen ÖVP gemeinsam mit allen Parlamentarierinnen der sozialdemokratischen SPÖ und den Grünen endlich Fakten schaffen.

Doch der Plan sickerte durch - und die ÖVP-Männer schickten so viele Abgeordnete mit Endlosreden ans Pult, dass für Rauch-Kallat keine Zeit mehr blieb. Die hochrangigen ÖVP-Herren schwiegen in der danach entrüstet geführten öffentlichen Debatte, am Dienstagabend stellte sich Parteichef und Vizekanzler Michael Spindelegger dann auf die Seite der Damen: Wenn die Änderung ein Zeichen der Wertschätzung der Frauen und ihrer Leistungen sei, dann sei er dafür, sagte er im ORF.

Am Mittwoch verkündeten die Frauensprecherinnen von ÖVP, SPÖ und Grünen die Einigung. Einzig die rechte FPÖ bezeichnete die Debatte am Mittwoch als “Gender-Klamauk“ und lehnte eine Änderung ab.

Hier der Link zu YouTube, wo Sie díe Version der Nationalhymne von Christina Stürme hören können

Im vergangenen Jahr hatte bereits die österreichische Pop-Sängerin Christina Stürmer mit einer geschlechtergerechten Rock-Version der Hymne für Aufregung gesorgt. Sie musste sich vor Gericht verantworten, gewann aber den Prozess.

dpa

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