Aufschluss über Verbleib der Mädchen erhofft

Navi-Mikrochip vom Vater vermisster Zwillinge gefunden

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Rom - Nach wochenlanger Suche an den Bahngleisen, auf denen sich der Vater der verschwundenen Zwillingsschwestern aus der Schweiz das Leben nahm, hat die italienische Polizei jetzt den Mikrochip aus dem Navigationsgerät seines Wagens gefunden.

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Die Ermittler erhoffen sich davon Hinweise auf den Verbleib der Kinder. Die sechsjährigen Mädchen Alessia und Livia waren zuletzt Ende Januar in Begleitung ihres Vaters gesehen worden. Dessen Leichnam wurde am 3. Februar am Bahndamm bei Cerignola in Apulien entdeckt. Rätselhaft blieb, wohin der offensichtlich über die Trennung von seiner Frau verstörte Mann die Töchter gebracht hat. Zeuge wollen sie mit ihm auf einer Fähre nach Korsika gesehen haben; es deutet aber nichts darauf hin, dass er sie von dort mit nach Italien genommen hat. In einem Abschiedsbrief an die Mutter der Kinder hatte er geschrieben, die Mädchen ruhten in Frieden.

Chip wird von Herstellerfirma untersucht

Der Navi-Chip könnte möglicherweise Aufschluss über seine Fahrtroute geben. Der italienische Ermittlungsleiter Alfredo Fabbrocini äußerte sich jedoch zurückhaltend. Der Chip sei unter einer dicken Schotterschicht im Gleisbett gefunden worden. “Erst einmal müssen wir sehen, ob er noch funktioniert“, sagte Fabbrocini. Dann gelte es herauszufinden, ob der Mann das Navigationsgerät während seiner Irrfahrt überhaupt angeschaltet hatte. Dazu soll der Chip von der US-amerikanischen Herstellerfirma untersucht werden.

Seit dem Selbstmord des Vaters hatten Polizisten und rund 100 Rot-Kreuz-Helfer und andere Freiwillige den Bahndamm Zentimeter für Zentimeter nach dem Chip abgesucht. Dazu sei der Bahnhof Cerignola extra jeden Tag einige Stunden lang geschlossen worden, berichtete Fabbrocini.

dapd

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