Neue Prothesentechnik: Autofahren ohne eigene Arme

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Als sensationelle Neuentwicklung stellte auf der internationalen Fachmesse "Orthopädie und Reha-Technik" in Leipzig der 20-jährige Christian Kandlbauer aus Österreich seine gedankengesteuerte Armprothese erstmals der Öffentlichkeit vor.

Berlin - Polizisten werden bei einer Verkehrskontrolle des Österreichers Christian Kandlbauer bald große Augen machen: Der 21- jährige Mechaniker aus der Steiermark hat nach einem schweren Unfall keine Arme mehr - und fährt trotzdem Auto.

Möglich macht dieses kleine Wunder eine Armprothese, die Kandlbauer mit der Kraft seiner Gedanken steuert. In einem für ihn umgebauten Automatik-Auto setzt er mit dieser Armprothese den Blinker oder hupt. Die rechte muskelgesteuerte Armprothese bedient das Lenkrad. Die gedankengesteuerte Armprothese des Medizintechnik-Herstellers Otto Bock aus dem niedersächsischen Duderstadt ist noch ein Prototyp.

Im Jahr 2005 mussten Kandlbauer nach einem Starkstromunfall beide Arme amputiert werden. Heute braucht er bei seinem künstlichen linken Arm nur an eine bestimmte Bewegung zu denken - und die Prothese führt sie aus. Technisch möglich sind die Befehle: Hand auf und zu, Hand nach innen und nach außen drehen und Ellenbogen auf und ab bewegen. Zum Autofahren im umgebauten Sondermodell reicht das.

Wie viele andere Führerschein-Bewerber schaffte Kandlbauer die Prüfung in Österreich nach 22 Fahrstunden. “Ich hätte nach dem Unfall nie gedacht, dass ich Autofahren lernen kann“, sagte der 21-Jährige am Freitag bei der Präsentation von Auto und Prothese in Berlin. Er kann seine Armprothesen selbst anlegen, lebt ohne fremde Hilfe und fährt nun auch im eigenen Auto zu seiner Arbeitsstelle als Lagerist.

dpa

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