Niederlande fürchten Ausweitung der Ziegengrippe

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Amsterdam - Trotz der Massentötung von Ziegen wird in den Niederlanden die Ausweitung der auf Menschen übertragbaren und in Einzelfällen lebensgefährlichen Ziegengrippe befürchtet.

Bei weiteren 16 Viehzuchtbetrieben bestehe jetzt der Verdacht eines Befalls mit der auch als Queensland-Fieber oder Krim-Fieber bekannten Infektionskrankheit, bestätigte das Landwirtschaftsministerium am Donnerstag. Testergebnisse aus diesen Betrieben mit insgesamt 17 500 Tieren erwarte man bis Ende der Woche.

Nachdem in den Niederlanden seit Jahresbeginn bereits sechs Menschen an den Folgen der von Ziegen oder Schafen übertragenen Krankheit starben, hatten die Behörden am Mittwoch die Tötung von fast 36 000 Ziegen angeordnet. Damit wurde der Kampf gegen die Ausbreitung des Queensland-Fiebers erheblich verstärkt.

Gekeult werden der Anordnung zufolge alle 34 5000 trächtigen Ziegen sowie 1200 Ziegenböcke in den bislang 55 von dem Erreger befallenen Betrieben. Zuvor war bereits die Vernichtung von 20 000 erkrankten Tieren angeordnet worden. Die Entscheidung zur Tötung auch von noch gesunden Ziegen sei nach Beratung mit Experten zum besseren vorbeugenden Schutz der Bevölkerung getroffen worden, erklärten Gesundheitsminister Ab Link und Agrarministerin Gerda Verburg.

Der Grund für die Tötung von trächtigen Tieren ist, dass der Erreger des Fiebers beim Geburtsvorgang freigesetzt wird. Die Keulung auch der Böcke wurde angeordnet, weil sich der Erreger auch über Sperma verbreiten kann. Das Keulen erfolgt in den befallenen Betrieben durch Giftspritzen.

Experten in Deutschland gehen bislang davon aus, dass die Gefahr einer Ausbreitung des Queensland-Fiebers über die betroffenen Regionen im Süden der Niederlande hinaus gering ist. In den Niederlanden ist die Zahl der Erkrankten im zurückliegenden Jahr auf 2300 gestiegen, sechs Patienten starben nach Komplikationen. Sie hatten alle bereits andere Krankheiten.

Die Ziegengrippe wird von einem Bakterium (Coxiella burnetii) verursacht. Ansteckungen von Mensch zu Mensch gelten als extrem selten. Die Krankheit wurde erstmals 1937 bei Arbeitern in Schlachtbetrieben des australischen Bundesstaats Queensland diagnostiziert.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Zurück zur Übersicht: Welt-News

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser