Notwasserung bei Korsika: Stundenlang im kalten Meer

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Die Passagiere waren nach sechs Stunden im kalten Wasser völlig unterkühlt.

Paris - Wie durch ein Wunder haben sechs Menschen an Bord einer Cessna 210 eine Notwasserung vor der französischen Mittelmeerinsel Korsika überlebt.

Sie wurden am Montagabend nach sechs Stunden im kalten Meer mit Hubschraubern geborgen. “Ich bin heilfroh, hier zu sein“, sagte der Pilot Fabrice Viard, als er im Krankenhaus eintraf. Seiner Umsicht verdanken die Passagiere an Bord ihr Leben. Das kleine Flugzeug hätte bei dem schlechten Wetter auf Korsika gar nicht starten sollen.

Die Cessna hatte nach dem Bericht der Zeitung “Corse-Matin“ am späten Montagvormittag in Cannes zu einem Flug über das Mittelmeer abgehoben. Die Maschine landete bei Propriano an der korsischen Westküste. Statt einer Badepause gab es ein Picknick am Rand der Piste, das Meer war zu aufgewühlt. Das Flughafenpersonal versuchte vergeblich, den Piloten zu einem späteren Start für den Rückflug nach Cannes zu bewegen. Es waren Fallwinde mit einer Geschwindigkeit von 120 Stundenkilometern vorhergesagt.

Eine Viertelstunde nach dem Start meldete Viard eine Motorpanne und kündigte eine Notwasserung an. Kurz darauf verschwand die kleine Maschine vom Radar. Unverzüglich begann die Suche: Zwei Hubschrauber und ein Aufklärungsflugzeug der Marine überflogen das Gebiet, in der die Cessna vermutet wurde. Die Sicht war nicht schlecht, doch die bis zu fünf Meter hohen Wellen erschwerten die Suche erheblich. Bis zum frühen Abend hatten die Rettungsmannschaften noch nicht einmal Kerosinspuren auf der Wasseroberfläche entdeckt.

Als es schon dunkel wurde, entdeckten die Helfer das Leuchtsignal einer Schwimmweste. Zu dem Zeitpunkt trieben die vier Männer und zwei Frauen schon seit etwa sechs Stunden im 20 Grad kühlen Wasser. Vom Hubschrauber aus fischten die Rettungskräfte einen nach dem anderen aus dem Meer und brachten sie ins Krankenhaus nach Ajaccio. Alle sechs erlitten eine Unterkühlung.

Eine Frau brach sich den Arm, ein Mann hatte eine Wunde am Kopf. Die Nationalität der Passagiere war zunächst nicht bekannt. “Die Tatsache, dass der Pilot so erfahren war und ruhig Blut bewahrte, hat ihnen das Leben gerettet“, schrieb “Corse-Matin“. Viard habe die Passagiere nicht nur rechtzeitig aufgefordert, die Rettungswesten anzulegen, sondern auch die Notausgänge geöffnet, bevor die Maschine auf dem Wasser aufsetzte. “Es ist ein Wunder, es war eine wahnsinnige Rettungsaktion im Dunkeln“, sagte einer der Rettungspiloten.

dpa

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