Ölkatastrophe: Supertanker soll Meerwasser filtern

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Ölkatastrophe am Golf von Mexiko.

New Orleans - Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko richten sich die Hoffnungen der US-Regierung auf einen Supertanker zur Wasseraufbereitung. Doch auch diese Aktion hat einen Haken.

Die Behörden erklärten, das Schiff könne pro Tag bis zu 79 Millionen Liter Wasser aufnehmen, reinigen und zurück ins Meer lassen. Der Tanker ist fast 400 Meter lang und zehn Stockwerke hoch. “Es ist absolut gigantisch. Es ist unglaublich“, sagte der Professor für Umweltstudien Ed Overton, der auch die Regierung berät, am Mittwoch. Das Öl wird über zwölf Öffnungen an den Seiten des Schiffes aufgenommen. Im Inneren wird dann das Öl vom Wasser getrennt und auf ein anderes Schiff gepumpt. Allerdings bleiben auch nach dem Filtern Spuren des Öls im Wasser zurück. Das Schiff ist noch nie getestet worden. Die Küstenwache muss entscheiden, ob es bei den Reinigungsarbeiten zum Einsatz kommt. Die Eigentümer des Schiffes werden von BP für die Arbeit bezahlt. “Ich weiß nicht, ob es funktionieren wird oder nicht, aber es muss einfach versucht werden“, erklärte Overton.

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Die von einem defekten Bohrloch ausgelöste Ölpest ist die schwerste im Golf aller Zeiten. Bis Donnerstag liefen nach höchsten Schätzungen der Regierung mehr als 530 Millionen Liter Öl ins Meer. Diesen traurigen Rekord hielt zuvor die Explosion der Bohrinsel “Ixtoc I.“ von 1979. Wenn man von den optimistischsten Schätzungen der Regierung ausgeht, gelangten immer noch 270 Millionen Liter Öl in den Golf. Die Zahlen sind von großer Bedeutung, weil BP wahrscheinlich entsprechend der ausgelaufenen Menge bestraft wird. Die Kalkulation basiert auf den höchsten Schätzwerten der Regierung abzüglich der Menge, die von BP nach eigenen Angaben aufgefangen oder abgepumpt wurde.

Wirbelsturm verliert an Kraft

Der erste Wirbelsturm der atlantischen Hurrikan-Saison erreichte am Mittwochabend den Nordosten Mexikos und verlor über Land deutlich an Kraft. “Alex“ traf in Soto La Marina mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 155 Kilometern pro Stunde auf Land, teilte das US-Hurrikan-Zentrum in Miami mit. Er wurde bald darauf von einem Hurrikan zum Tropensturm herabgestuft. Der Sturm war weit von der Stelle entfernt, in dem seit Wochen aus einem defekten Bohrloch Öl in den Golf von Mexiko strömt. Hoher Wellengang behinderte aber auch dort die Arbeiten zur Eindämmung der Ölpest. In Florida spülte “Alex“ tellergroße Ölklumpen an die Strände.

In Louisiana wurden Schwimmbarrieren weggerissen, die verhindern sollten, dass das Öl Inseln und Küste erreicht. “Das Traurige ist, dass vor drei Wochen zum letzten Mal größere Ölklumpen ankamen“, sagte der Wissenschaftler Michael Malone. “Mit diesem Wetter haben wir die Fortschritte verloren, die wir schon geschafft hatten.“ In Mexiko deckte “Alex“ Dächer ab, überflutete Straßen und zwang tausende Menschen zur Flucht aus den Küstenregionen. Der Zivilschutz erklärte allerdings, es habe keine Berichte über Verletzte gegeben. Auch der US-Staat Texas kam glimpflich davon. Von dort wurden zwei Tornados gemeldet. Rund 1.000 Menschen verließen ihre Häuser nahe der Küste. Auch hier gab es jedoch keine Verletzten.

dapd

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