Ölpest: Operation Stahlkuppel beginnt

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Die Stahlkuppel wird ins Meer abgesenkt.

Washington - Der Ölkonzern BP hat damit begonnen, von einem Schiff aus eine mehr als 100 Tonnen schwere Stahlkuppel ins Meer abzusenken. Die Aktion ist höchstspektakulär.

Das berichtete der US-Sender CNN unter Berufung auf einen BP-Sprecher am Freitag. Die mehr als 100 Tonnen schwere Konstruktion muss rund 1500 Meter tief “abgeseilt“ werden. Unterdessen schwappte zwei Wochen nach dem Sinken der Bohrinsel “Deepwater Horizon“ erstmals Öl an Land. Ein dünner orangefarbener Film erreichte am Donnerstag den Strand einer kleinen unbewohnten Insel etwa 45 Kilometer vor der Küste des US- Bundesstaates Louisiana. Die von BP geleaste Plattform war am 22. April nach einer Explosion gesunken: Seitdem strömen täglich mindestens 700 Tonnen Rohöl ins Wasser aus.

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Bis die Stahlkuppel richtig positioniert ist, könnten mehrere Tage vergehen. Die Aufgabe sei “sehr komplex“, hatte BP-Manager Doug Suttles im Vorfeld gesagt. Es sei, als lasse man ein Gebäude aus Metall auf den Meeresgrund hinab. Geht alles glatt, wollen Experten die Kuppel am Wochenende mit einem Bohrschiff verbinden. “Wenn bis Anfang nächster Woche alles nach Plan läuft, hoffen wir, betriebsbereit zu sein“, sagte Suttles laut der CNN-Internetseite weiter. Bis zu 85 Prozent des Ölflusses könnten laut Experten mit Hilfe der Vorrichtung gestoppt werden.

Gelingt dies, will BP eine weitere kleinere Kuppel über ein zweites Leck in der Tiefseeleitung stülpen. Ein kleiner Riss war bereits von einem Unterwasser-Roboter geschlossen worden. Der Kommandeur der Küstenwache, Admiral Thad Allen, sagte dem US- Nachrichtensender, er glaube weiter daran, dass die Kuppel funktionieren werde. Er wies aber auch auf die Schwierigkeiten des Unternehmens hin.

Wie eine Sprecherin der Küstenwache am Donnerstagabend (Ortszeit) sagte, wurde bei Beobachtungsflügen in der Nähe der Freemason-Insel am Südzipfel der Chandeleur-Inseln auch “schwereres Öl“ entdeckt. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass auch dieses an Land gelangt sei.

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Der BP-Konzern sagte wegen der Ölpest die Jahrespressekonferenz seiner deutschen Tochter ab. Auch in Deutschland müssten einige Ressourcen auf die Bewältigung der Situation ausgerichtet werden. “Daher sehen wir uns momentan außerstande, die Geschäftszahlen der deutschen BP im zurückliegenden Geschäftsjahr angemessen zu präsentieren“, begründete das Unternehmen am Freitag in einer Mitteilung die Absage der Veranstaltung am 18. Mai in Düsseldorf.

dpa

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