Papst zu Nahostkonflikt: "Frieden ist möglich und dringend"

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Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag in Rom eine rasche Lösung des Nahostkonflikts angemahnt.

Rom - Papst Benedikt XVI. hat zu einer schnellen Friedenslösung im Nahen Osten aufgerufen. Und er setzt sich für einen verstärkten Dialog der Religionen ein.

Papst Benedikt XVI. hat am Sonntag in Rom eine rasche Lösung des Nahostkonflikts angemahnt. “Der Frieden ist möglich. Der Frieden ist dringend“, und er sei auch unabdingbar für ein würdiges Leben in der Unruhe-Region, sagte der Papst nachdrücklich in einer Messe. “Beten wir für den Frieden im Heiligen Land“, fügte er zum Abschluss einer zweiwöchigen Krisensynode im Vatikan zur Lage der Christen in Nahost an. Die Messe beendete das Bischofstreffen.

“Die Konflikte im Nahen Osten dauern schon viel zu lange, die Kriege, die Gewalt, der Terrorismus“, sagte Benedikt vor knapp 200 Bischöfen der Synode im Petersdom. Der Frieden sei im übrigen auch das beste Mittel, die Emigration aus dem Nahen Osten aufzuhalten, so verwies er auf die stark schwindende Zahl von Christen in der Region.

Benedikt forderte auch volle Religionsfreiheit, die in etlichen Ländern des Nahen Ostens nicht selten äußerst eingeschränkt sei. Wichtig sei es dabei, dass Christen einen Dialog mit den Muslimen führten, was auch die Synode als nötig und dringlich angesehen hat.

Die Nahost-Synode hatte am Samstag eindringlich zu einem solchen Dialog aufgerufen. Die internationale Völkergemeinschaft und die UN sollten sich bemühen, “der Besetzung der arabischen Gebiete mit Hilfe einer Umsetzung der UN-Resolutionen sowie rechtlicher Maßnahmen ein Ende zu setzen“, hieß es in ihrem Schlussappell.

Papst Benedikt XVI.

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Nur so könnten “die Palästinenser in einem unabhängigen Heimatland leben und wie Israel Frieden und Sicherheit genießen in international anerkannten Grenzen“. Man hoffe dabei, dass die Zwei-Staaten-Lösung Wirklichkeit werde und nicht ein Traum bleibe.

Mit Nachdruck verlangten die Kirchenväter zudem ein Ende der Gewalt im Irak, deren Hauptopfer Christen seien als schwächstes Glied der Gesellschaft. In ihrer Verurteilung von Terror und religiösem Fanatismus wandte sich die Synode nicht nur gegen den Christenhass, sondern auch gegen Rassismus, Antisemitismus und Islamophobie. So ging es auch um mehr Ökumene mit den getrennten christlichen Kirchen sowie um Dialog und Zusammenarbeit mit Juden und Muslimen.

“Die Bibel darf nicht dazu benutzt werden, Ungerechtigkeiten zu rechtfertigen (...) sondern sie vereint uns in der Heiligen Schrift“, richtete sich das Dokument an das Judentum. “Gott will uns vereint im Glauben und in der doppelten Aufforderung, ihn und unseren Nächsten zu lieben“, lautete die Dialog-Botschaft des Dokuments an den Islam.

Hunderte von Erzbischöfen, Bischöfen, Experten sowie Beobachtern hatten auf der Synode vor allem die Lage der immer geringeren Zahl von Christen im Heiligen Land erörtert. Zur praktischen Bewältigung der Probleme wurden am Samstag neben dem Schlussappell außerdem 44 Vorschläge (“proportiones“) der Synodenväter vorgestellt. Diese gehen an den Papst, der dann, meist erst etwa ein Jahr später, eine offizielle “Apostolische Exhortation“ (Ermahnung) veröffentlicht.

dpa

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