Paraguay: Kinderpornos im Gefängnis gedreht

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Asunción - Häftlinge in Paraguay haben junge Mädchen im Gefängnis missbraucht, dabei Kinderpornos gedreht und die Filme über das Internet verkauft. Ein Freigänger hat die Straftat organisiert.

Die Mädchen seien von einem Freigänger zum Besuch in dem Gefängnis gezwungen worden, sagte die Staatsanwältin Teresa Martínez unter Tränen. Das Justizministerium suspendierte am Samstag die Gefängnisleitung und setzte eine neue Verwaltung ein.

Einer der insgesamt drei Täter hatte im Rahmen eines Resozialisierungsprojekts in der Haftanstalt Tacumbú in der Hauptstadt Asunción unkontrollierten Zugang zum Internet, um Jura studieren zu können. In sozialen Netzwerken habe er Kontakte zu den Mädchen geknüpft und möglichst viele von deren persönlichen Daten bis hin zu den Adressen gesammelt, berichtete die Zeitung “ABC digital“ unter Berufung auf die Staatsanwältin weiter.

Ein anderer Häftling, der das Gefängnis bereist zeitweise verlassen durfte, habe die Jugendlichen dann durch Drohungen dazu gebracht, in das Gefängnis zu kommen. Dort wurden sie zur Herstellung der Pornofilme gezwungen. Mindestens drei Mädchen im Alter von 14 bis 17 Jahren seien betroffen, sagte die Staatsanwältin.

Die Behörden suspendierten den Leiter des landesweit größten und wegen zahlreicher Skandale berüchtigten Gefängnisses und eröffneten ein Strafverfahren gegen die drei Häftlinge. Der Freigänger wurde zur Fahndung ausgeschrieben. Alle drei Täter nahmen wegen besonders guter Führung an dem Resozialisierungsprogramm teil, das von Mennoniten in dem Gefängnis organisiert wurde. Eine nennenswerte staatliche Resozialisierung gibt es in Paraguay nicht.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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